Mediatheken: Sieben-Tage-Regel bei ARD und ZDF fällt

    14. Juni 2018, 15:38
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    Durchbruch im Streit um Online-Angebote von ARD und ZDF: Sender sollen einen Schwerpunkt auf Bewegtbild und Ton haben, um sich klarer von Zeitungs- und Magazinseiten zu unterscheiden

    Berlin – Für einen jahrelangen Streit zwischen deutschen Verlegern und öffentlich-rechtlichen Sendern ist eine Lösung gefunden. Die Online-Angebote von ARD und ZDF sollen künftig ihren Schwerpunkt auf Bewegtbild und Ton legen. Das sieht der neue Telemedien-Staatsvertrag für den Rundfunk vor, auf den sich die deutschen Ministerpräsidenten am Donnerstag in Berlin geeinigt haben.

    Die öffentlich-rechtlichen Angebote im Internet sollen sich somit deutlich von denen der Zeitungs- und Zeitschriftenverlage unterscheiden. Die Verleger hatten immer wieder kritisiert, das Textangebot der beitragsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Sender in ihren Apps und auf ihren Webseiten sei zu umfangreich und wettbewerbsverzerrend.

    In Zweifelsfällen soll künftig eine gemeinsame Schlichtungsstelle der Rundfunkanstalten und Verlage entscheiden, hieß es weiter.

    Mehrere Folgen am Stück

    Außerdem beschlossen die Ministerpräsidenten, die Sieben-Tage-Regel bei den Mediatheken aufzugeben. Sendungen der Öffentlich-Rechtlichen können damit länger als bisher abgerufen werden. Damit soll einem veränderten Fernsehverhalten Rechnung getragen werden. Zuschauer können Sendungen künftig einfacher als bisher unabhängig vom Ausstrahlungszeitpunkt ansehen und zum Beispiel auch mehrere Folgen einer Serie hintereinander. Die Forderung nach einer Abschaffung der Sieben-Tage-Regel war seit Langem ein Anliegen von ARD und ZDF.

    "Es war mir ein großes Anliegen, einen Weg zu finden, der den öffentlich-rechtlichen Sendern eine Weiterentwicklung in ihrem digitalen Angebot garantiert und die Interessen der anderen Marktteilnehmer – etwa der Verlage – berücksichtigt", erklärte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

    Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, Mathias Döpfner, erklärte, der gefundene Kompromiss sorge "für Klarheit, wo der Schwerpunkt öffentlich-rechtlicher Online-Angebote liegen wird – im audiovisuellen Bereich". "Es gibt heute nur Gewinner", befand er. ARD-Intendant Ulrich Wilhelm räumte ein, dass "alle Beteiligten Zugeständnisse eingehen mussten". Sein ZDF-Kollege Thomas Bellut sprach von einem "wichtigen Schritt auf dem Weg in eine digitale Medienordnung". (APA, dpa, 14.6.2018)

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