Marokko vs. Iran: Diaspora und die Nike-Affäre

14. Juni 2018, 14:14
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Kein großer Hit, aber ein spannender Auftakt für beide Teams in das Turnier

St. Petersburg – Zwei Tage nach der Niederlage bei der Vergabe der WM 2026 soll das marokkanische Nationalteam die Stimmung daheim wieder heben. Zum Auftakt der Gruppe B kann das in St. Petersburg gegen den Iran durchaus gelingen. Das Gros der "Löwen vom Atlas" um Kapitän Medhi Benatia von Juventus Turin ist in Europa ausgebildet, ja nicht einmal in Marokko geboren.Bei der letzten WM-Teilnahme 1998 in Frankreich rekrutierte sich das Team noch durchwegs aus gebürtigen Marokkanern.

In absehbarer Zeit soll der Weg auch wieder dahin führen. In der afrikanischen Nationenmeisterschaft, die seit 2009 alternierend mit dem Afrika Cup ausgespielt wird und zu der nur Spieler antreten dürfen, die in den nationalen Ligen unter Vertrag stehen, ist Marokko Titelträger.

"Teamspirit"

"Das Wichtigste ist der Teamspirit. Wenn der stimmt, ist die Herkunft der Spieler egal", sagte Marokkos französischer Coach Hervé Renard vor dem Duell gegen die Iraner, die nach der sogenannten "Nike-Affäre" besonders motiviert sein sollen. Der US-Konzern hatte wegen der US-Sanktionen kurzfristig die Bereitstellung des Schuhwerks eingestellt. In ihrer Not haben die Iraner Klubkollegen um deren Schuhe gebeten oder sich selbst Schuhe gekauft.

Coach Carlos Queiroz verlangte eine Entschuldigung von Nike. Der erfahrene Portugiese, der schon dreimal bei Endrunden coachte, hat sogar erwirkt, dass die vom Sportministerium wegen Teilnahme an einem Spiel gegen einen israelischen Verein lebenslang gesperrten Masoud Shojaei und Ehsan Haji Safi mit von der Partie sein können. (sid, lü, 14.6.2018)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen zur Fußball-WM in Russland am Freitag:

Gruppe B – 1. Runde: Marokko – Iran (Sankt Petersburg, Sankt-Petersburg-Stadion, 17.00 Uhr MESZ/live ORF eins, SR Cakir/TUR)

Marokko: 12 El Kajoui – 2 Hakimi, 5 Benatia, 6 Saiss, 16 N. Amrabat – 8 El Ahmadi, 14 Boussoufa – 10 Belhanda, 7 Ziyech, 18 Harit – 9 El Kaabi

Ersatz: 1 Bounou, 12 Tagnaouti – 3 Mendyl, 4 Da Costa, 17 Dirar, 11 Fajr, 15 Ait Benasser, 21 S. Amrabat, 23 Carcela, 13 Boutaib, 19 En-Nesyri, 20 Bouhaddouz

Teamchef: Herve Renard (FRA)

Iran: 1 Beiranvand – 23 Rezaeian, 15 Montazeri, 8 Pouraliganji, 5 Mohammadi – 3 Hajsafi, 21 Dejagah, 7 Shojaei – 18 Jahanbakhsh, 17 Taremi – 20 Azmoun

Ersatz: 12 Mazaheri, 22 Abedzadeh – 4 Cheshmi, 13 Khanzadeh, 19 Hosseini, 2 Torabi, 9 Ebrahimi, 11 Amiri, 10 Ansarifard, 14 Ghoddos, 16 Ghoochannejhad

Es fehlt: 6 Ezatolahi (gesperrt)

Teamchef: Carlos Queiroz (POR)

Mitposten:

Liveticker Marokko vs. Iran, 15.6., 17 Uhr

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  • Los geht's für den Iran und Marokko.
    foto: apa/afp/atta kenare/fabrice coff

    Los geht's für den Iran und Marokko.

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