Nach Missbrauch von 13-Jähriger: Tatverdächtige Teenager setzten sich ab

14. Juni 2018, 12:12
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Der Staatsanwaltschaft Wuppertal liegt ein Handyvideo der Tat vor. Sechs Verdächtige sind in U-Haft, zwei weiterhin flüchtig

Wuppertal – Nach dem mutmaßlichen schweren Missbrauch einer 13-Jährigen in der deutschen Kleinstadt Velbert nahe Wuppertal haben sich zwei Tatverdächtige mitsamt ihren Familien abgesetzt. Die Ermittler halten es für möglich, dass die beiden Jugendlichen mit ihren Eltern ins Ausland geflüchtet sind, sagte ein Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft am Donnerstag.

Sie stammen wie die bereits in U-Haft sitzenden sechs weiteren Tatverdächtigen aus Bulgarien. "Wir haben auch bei den Vermietern nachgefragt. Die Wohnungen sind leer", sagte der Staatsanwalt.

"Sie sind über das Mädchen hergefallen"

Die acht Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren sollen sich bereits am 21. April in Velbert (Nordrhein-Westfalen) an dem Mädchen vergangen haben. Die Staatsanwaltschaft hatte bisher aus Gründen des Opferschutzes nicht darüber berichtet. Als Medien darüber berichteten, bestätigte die Staatsanwaltschaft die Vorkommnisse. Die 13-Jährige war an dem Tag mit einer Freundin im Freibad von Velbert schwimmen und soll dort bereits von Burschen verbal belästigt worden sein. Später, auf dem Heimweg, wurde sie laut Staatsanwaltschaft von den Jugendlichen in ein nahe gelegenes Waldstück gezerrt und dort vergewaltigt.

"Sie sind, man muss es so sagen, über das Mädchen hergefallen", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Erst eine Passantin konnte die Angreifer von dem Mädchen abbringen. Die Beweislage sei eindeutig, heißt es bei der Staatsanwaltschaft. Denn: "Die Gruppe hat die Tat mit einem Handy gefilmt." Bei den Tatverdächtigen handle es sich um EU-Ausländer, alle wohnen ebenso wie das Mädchen in Velbert. Mehrere Medien berichten, dass es sich um Bulgaren handelt. Zwei aus der Gruppe sind auf der Flucht, die übrigen sechs sitzen in U-Haft.

14-jähriges Opfer in Park abgelegt

Auch die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt in einem schweren Fall von sexuellem Missbrauch. Sechs Jugendliche (drei Deutsche und drei Syrer) stehen im Verdacht, ein betrunkenes 14-jähriges Mädchen im November 2017 in Harsewinkel (Nordrhein-Westfalen) sexuell missbraucht zu haben.

Laut Polizeiangaben war das Mädchen nach einem Treffen in einem Privathaus schwer alkoholisiert und ist vergewaltigt worden. Danach wurde die Jugendliche in einem Park in Harsewinkel abgelegt, die Männer im Alter zwischen 14 und 19 Jahren riefen die Polizei und verschwanden, bevor diese eintraf. Zunächst seien nach einer Untersuchung im Krankenhaus keine Hinweise auf ein Verbrechen vorgelegen. Doch Ende Jänner 2018 bekam die Polizei Kenntnis von einem Handyvideo und begann zu ermitteln.

Mittlerweile sind sechs Tatverdächtige ermittelt worden, einige von ihnen haben bereits Geständnisse zum Tatvorwurf des sexuellen Missbrauchs abgelegt. Die Polizei hatte sich auch hier entschlossen, aus Opferschutzgründen den Fall zunächst nicht bekanntzugeben, Medien berichteten aber darüber. (Birgit Baumann aus Berlin, 14.6.2018)

  • Die Burschen sollen das Mädchen bereits im Freibad belästigt haben.
    foto: apa/barbara gindl

    Die Burschen sollen das Mädchen bereits im Freibad belästigt haben.

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