Finanzexperte: Bitcoin-Rekordkurs durch Manipulation verursacht

    13. Juni 2018, 15:40
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    Offenbar koordinierte Zusammenarbeit über die Kryptobörse Bitfinex – Unklar, ob diese davon wusste

    Auf fast 20.000 Dollar kletterte der Wert des Bitcoin am Ende des vergangenen Jahres. Insbesondere in der zweiten Jahreshälfte 2017 zog der Wert gewaltig an. Doch diese Zuwächse könnten zu einem Gutteil auf Preismanipulation basieren. Zu diesem Schluss kommt John Griffin, Wirtschaftsexperte von der University of Texas. Er hat seine Erkenntnisse in einem 66-seitigen Paper veröffentlicht.

    Zur Zeit des großen Kursanstiegs wurde bereits von einigen Teilnehmern auf dem Kryptomarkt befürchtet, dass die Entwicklung mit eigenartigen Vorgängen auf Bitfinex zu tun haben könnte, einer der größten Kryptobörsen, die seit Jahresbeginn im Visier der US-Behörden ist.

    Hoher Tether-Fluss bei Bitcoin-Abstürzen

    Griffin hat den Handelsfluss über die Blockchain analysiert und eine Reihe von Mustern entdeckt. Diese legen nahe, dass ein oder mehrere Akteure erfolgreich daran gearbeitet haben, den Preis bestimmter Kryptowährungen zu pushen, wenn er auf anderen Börsen fiel. Dazu wurden mit Tether – eine angeblich an den US-Dollar gekoppelte Brückenwährung für den Handel auf Bitfinex, die von der Börse selbst ins Leben gerufen wurde – ebenjene Währungen massenhaft gekauft.

    Zumindest die Hälfte des Bitcoin-Wertgewinns im Jahr 2017 soll diesen Aktivitäten zugeschrieben werden können. Stets soll nach einem Kurssturz auffällig viel Tether an andere Handelsplätze transferiert worden sein.

    Ob die Börsenbetreiber selbst in diese Vorgehensweise involviert waren oder davon wussten, ist nicht klar, berichtet die "New York Times". Auf eine entsprechende Anfrage reagierten sie eine Woche lang nicht.

    Preis womöglich schon früher manipuliert

    Andere Experten haben Griffins Untersuchung analysiert und befinden sie für seriös. Angesehen wurde sie etwa von Sarah Meiklejohn vom University College in London und Philip Gradwell von Chainalysis.

    Es könnte nicht die erste gezielte Kursmanipulation des Bitcoin sein. Vergangenes Jahr veröffentlichte ein amerikanisch-israelisches Forscherteam Erkenntnisse, denen zufolge ähnliche Kampagnen an der Kryptobörse Mt. Gox in hohem Maße für den Anstieg des Bitcoin-Kurses seit 2013 verantwortlich waren. (red, 13.6.2018)

    • Laut der Untersuchung soll der Bitcoin seinen Dezember-Rekordkurs hauptsächlich dank Manipulationen erreicht haben.
      foto: derstandard.at/pichler

      Laut der Untersuchung soll der Bitcoin seinen Dezember-Rekordkurs hauptsächlich dank Manipulationen erreicht haben.

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