Asylunterkunft St. Gabriel: Orden appelliert an Mikl-Leitner

    13. Juni 2018, 14:27
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    Schließung eine "überhastete und aktionistische Umsiedlung"

    Maria Enzersdorf – Mit einer Menschenkette haben Priester, Ordensmitglieder, Katholiken aus Pfarren des Wiener Südvikariats und Caritashelfer laut Kathpress am Dienstagabend in Maria Enzersdorf (Bezirk Mödling) für den Verbleib der Flüchtlinge im dortigen Caritashaus St. Gabriel demonstriert. Mehrere Ordensvertreter appellierten laut einer Aussendung an Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP).

    Die Herberge für 110 Geflüchtete zu schließen, wie von Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) geplant, sei eine "überhastete und aktionistische Umsiedlung, die zu mehr und nicht weniger Problemen" führen werde, wurde betont. Mikl-Leitner möge auf den Landesrat einwirken.

    "Ich bitte Sie inständig"

    An der Menschenkette in St. Gabriel nahmen laut Kathpress u.a. der Provinzial der Steyler Missionare (SVD), Stephan Dähler, Vizeprovinzial Franz Helm, Rektor Toni Fencz und der frühere "Missio"-Generalsekretär Jakob Mitterhöfer teil. Sie hätten trotz strömenden Regens zeigen wollen: "Unser Haus steht für Flüchtlinge weiterhin offen!", so die Ordensgemeinschaft am Mittwoch auf Facebook.

    SVD-Vizeprovinzial Helm zeigte sich im Appell an Mikl-Leitner "erschüttert" über die Vorgangsweise, wie St. Gabriel nun durch Waldhäusl geschlossen werde. Er schreibt u.a. an die Landeshauptfrau: "Ich bitte Sie inständig, sich der Sache anzunehmen und zu einer Lösung zu kommen, die den betroffenen Menschen – Heimbewohnern und Betreuern – gerecht wird und den Fortbestand der Einrichtung garantiert."

    Unterstützung gab es am Mittwoch auch von der Präsidentin der Vereinigung der österreichischen Frauenorden, Beatrix Mayrhofer. "Die Nachricht von der angeblichen Schließung der Unterkunft macht mich sehr betroffen. Immer deutlicher habe ich den Eindruck und die Befürchtung, dass staatliche Stellen die Fürsorge für geflüchtete Menschen nicht wollen." (APA, 13.6.2018)

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