Monatsmenge an Regen in nur drei Stunden gefallen

    13. Juni 2018, 11:32
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    Entspannung ab Donnerstag – Rekord-Niederschlag in Puchberg – Hälfte aller Blitzeinschläge in Niederösterreich in Neunkirchen

    Wien/Österreich-weit/Neunkirchen – Die Unwetter in Niederösterreich haben am Dienstag im Bezirk Neunkirchen einen Rekordregen gebracht. In drei Stunden fiel dort fast die gesamte Monatsmenge an Niederschlägen. 116 Millimeter Regen an einem Tag sind ein neuer Höchstwert für Puchberg am Schneeberg (bisher: 102 mm vom 5. September 2007), berichtete die ZAMG am Mittwoch. Mit einer Wetter-Entspannung sei ab Donnerstag zu rechnen.

    Die Unwetter-Warnung blieb vorerst aufrecht, denn am Mittwoch werden Gewitter und Starkregen noch in einigen Regionen Österreichs für Probleme sorgen, hieß es seitens der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. Im Osten und Süden des Landes können sich stellenweise schwere Gewitter bilden, mit Starkregen, Sturmböen und Hagel. "An der Nordseite der Alpen – vor allem vom Bregenzerwald über das Salzkammergut bis hin zum Mostviertel und ins Mariazellergebiet – sind nicht Gewitter das Problem, sondern starker Dauerregen. Hier regnet es größtenteils bis in die Nacht hinein ohne Pause", informierten die Meteorologen. Muren und kleinräumige Überschwemmungen sind möglich.

    Sonne am Donnerstag

    Am Donnerstag regnet es laut Prognose noch zeitweise, im Laufe des Tages lockern die Wolken dann etwas auf, die Sonne kann hervorkommen. Es wird nicht mehr so warm wie in den vergangenen Tagen, mit Höchstwerten von 16 bis 22 Grad. Der Freitag bringt 20 bis 25 Grad und eine Mischung aus Sonne und Wolken. Vereinzelt können am Nachmittag Regenschauer entstehen, besonders im Bergland. Am Wochenende wird es mit 22 bis 28 Grad wieder etwas wärmer. Am Samstag ist es in der Westhälfte Österreichs überwiegend sonnig und in der Osthälfte wechselhaft mit gewittrigen Regenschauern. Der Sonntag dürfte überall unbeständiger verlaufen: Zeitweise zeigt sich zwar die Sonne, aber auch Regenschauer und Gewitter können entstehen.

    Ein Großteil des Regens kam am Dienstag innerhalb von wenigen Stunden zusammen. So regnete es in Puchberg in rund drei Stunden 103 Millimeter (insgesamt am Tag 116). Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen Juni regnet es in Puchberg im gesamten Monat 120 Millimeter.

    Zweithöchster Wert

    An der Wetterstation der Zamg auf der Rax (1.547 Meter Seehöhe) wurden am Dienstag 102 Millimeter Regen gemessen. Das ist hier der zweithöchste Wert der Messgeschichte (Rekord: 112 Millimeter am 23. Juli 2008). Auch auf der Rax kam am Dienstag der Großteil des Regens innerhalb kurzer Zeit zusammen: In nur vier Stunden schüttete es 83 Millimeter. Der österreichweite Rekord im Messnetz der ZAMG für die Regenmenge innerhalb eines Tages liegt bei 233 Millimeter am Loiblpass (Kärnten, 1.097 Meter Seehöhe), gemessen am 4. September 2009.

    Die Unwetter brachten stellenweise auch heftige Windböen, die stärkste wurde am Dienstag mit 116 km/h am Sonnwendstein (1.500 Meter Seehöhe) im Semmering-Gebiet gemessen. In Graz erreichten die Sturmböen bis zu 111 km/h, in Bad Eisenkappel in Kärnten bis zu 102 km/h.

    4.686 Blitzeinschläge

    Die meisten Blitze gab es am Dienstag in der Steiermark und in Niederösterreich. In der Steiermark registrierte das österreichische Blitzortungssystem ALDIS 4.686 Einschläge, in Niederösterreich 1.881. Fast die Hälfte aller Blitzeinschläge Niederösterreichs gab es bei den Unwettern im Bezirk Neunkirchen. Hier schlug am Dienstag 865 Mal ein Blitz ein.

    Heuer registrierte ALDIS bereits rund 66.000 Blitzeinschläge in Österreich. Das ist der stärkste Start in die Blitzsaison seit 2009. Damals schlug bis Anfang Juni knapp 80.000 Mal der Blitz ein. Zählt man neben den Einschlägen (Wolke-Erde-Blitze) auch andere Entladungen dazu (z.B. Impulse innerhalb der Wolken), blitzte es heuer in Österreich bereits rund 440.000 Mal. Auch dieser Wert liegt deutlich über dem vieljährigen Durchschnitt, so die ZAMG. (APA, 13.6.2018)

    • Die Feuerwehren mussten einen LKW aus der Thaya bergen.
      foto: apa/stefan mayer

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