St. Elend in der Gegend: Der ORF als visuelles Gedächtnis des Landes

12. Juni 2018, 20:04
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Das ORF-Frühstücksfernsehen und sein abendlicher Ableger "Daheim in Österreich" leisten quasi im Vorbeigehen Großes

Am 12. Juni vor 20 Jahren ist es um Hallstatt, Obertraun und das halbe Salzkammergut geschehen. Sie wurden zum Weltkulturerbe erklärt. Die Region Hallstatt-Dachstein stelle eine unvergleichliche Kulturlandschaft dar, meinte die Unesco.

Dass dieses Jubiläum nicht unterging, ist dem täglichen "Kalenderblick" in "Guten Morgen Österreich" zu danken. Und bietet Anlass, die Sendung wieder einmal zu würdigen.

Das ORF-Frühstücksfernsehen und sein abendlicher Ableger "Daheim in Österreich" leisten quasi im Vorbeigehen Großes. Vielleicht wird die Nachwelt sich dereinst auf den wahren Wert der Sendung besinnen, wenn ihr Übriges vergessen ist. Ihre Ehre bemisst sich nicht an den Beiträgen über Yoga, Rezepte oder kuriose Mode. Man schalte ein zur Sehschule!

Denn vielmehr erstellt der gläserne Moderationskobel auf seiner Reise durch das Land der Berge, Äcker und Dome am Strome ein visuelles Archiv von dessen Ortschaften. Je früher die Sonne aufgeht, desto direkter tritt das ästhetische Dilemma mancher von ihnen zutage.

Feineres Begriffswerkzeug als "hässlich" ist zu dieser Klage angebracht. Etwa "freundlich" – so nennt man gerne allzu grellbunt gestrichene Hauswände. Oder "praktisch" – das und "notwendig" dienen sowieso als Entschuldigung für alles bis hin zur Fertigteilsiedlung.

Am schönsten, scheint es oft, ist Österreich dort, wo kein Einfamilienhaus steht.

Solche Fleckchen kennt auch St. Marienkirchen an der Polsenz, wo GMÖ am Dienstag Station machte. Sichtlich ist dort alles reinlich und akkurat. Was ist der schmucke Ort aber gegen den Mostgarten vor seinen Toren! Grüne Pracht! Fahren Sie hin, bevor alle es tun! Parkplätze gibt's am Kirchenplatz. (Michael Wurmitzer, 12.6.2018)

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