Als die Eiger-Nordwand erstmals bezwungen wurde

    13. Juni 2018, 07:13
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    Eine Doku über die Erstbesteigung der "Mordwand" war am Mittwoch in ORF 3 zu sehen

    Wien – "Keine andere Musik illustriert das Ringen der Erstbesteigung der Eiger-Nordwand besser, als Richard Wagners Trauermarsch": Damit beginnt die Dokumentation Nordwand – Mordwand: der Eiger.

    Die Erstbesteigung 1938 liegt bereits 80 Jahre zurück. Anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums 1988 drehten Lutz Maurer und Manfred Gabrielli eine Bergsteiger-Doku, die beim Bergfilmfestival in Trient mehrfach prämiert wurde. Am Mittwoch um 21.05 Uhr zeigt ORF 3 den Film in der Dokumentarreihe Land der Berge.

    foto: orf
    Die vier Erstbesteiger der Eiger-Nordwand.

    Mörderische Nordwand

    Lange Zeit galt die Eiger-Nordwand in den Schweizer Alpen als unbezwingbar. Die vielen Toten verdanken ihr den Beinamen "Mordwand". Am 24. Juli 1938 schafften dann zwei unabhängig voneinander gestarteten Seilschaften bisher Unmögliches. Mit rudimentärer Ausrüstung gelang es Heinrich Harrer aus Kärnten, Fritz Kasparek aus Wien und den beiden Münchnern Andreas Heckmair und Ludwig Vörg, die gigantische Nordwand am 3970 Meter hohen Eiger in etwa drei Tagen zu bezwingen.

    foto: orf
    Heinrich Harrer und Andreas Heckmair erinnern sich in der Doku von 1988 an die Bergtour fünfzig Jahre zuvor, die ihr Leben veränderte.
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    Steilvorlage für die Nazis

    Harrer und Heckmair waren bei den Dreharbeiten vor 30 Jahren noch mit dabei und erinnern sich im Film an die Bergtour zurück, die ihr Leben veränderte. "Zuerst waren wir nur zwei Seilschaften, vom ersten Biwak weg wurde es eine Kameradschaft, und nach der Besteigung ist daraus eine Freundschaft fürs Leben geworden", sagte der mittlerweile, ebenso wie Harrer, verstorbene Heckmair.

    Dass sie Alpingeschichte schreiben werden, daran dachte damals keiner der vier jungen Bergsteiger. Bis sie von Bergenthusiasten aus der ganzen Welt empfangen und bejubelt wurden – aber auch von Nazi-Propagandisten. Denn nur vier Monate nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland sah Hitler die Erstbesteigung der deutsch-österreichischen Seilschaft als Gottesgeschenk an und schmückte ungefragt das Deutsche Reich mit deren Leistung. (hw, 13.6.2018)

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    Die Doku zum Nachsehen

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