Was in die Reiseapotheke muss

    14. Juni 2018, 10:16
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    Die Sommerferien stehen vor der Tür, im Urlaub ist eine gut sortierte Reiseapotheke unverzichtbar

    Reisepass, Geldbörse, Schlüssel – alles andere kann man kaufen. Mit diesem Satz besänftigt so mancher Urlauber das nagende Gefühl auf dem Weg in die Ferien: "Habe ich was vergessen?" Man kann alles kaufen, sollte man aber nicht – zumindest keine Medikamente, rät die Apothekerkammer. Denn Medizin im Ausland heißt oft anders, ist höher oder niedriger dosiert, die Packungsbeilage mitunter in einer anderen Sprache verfasst.

    "Wenn man auf Reisen geht, ist es immer klug, alle wichtigen Arzneimittel einzupacken, da man so im Bedarfsfall sofort das geeignete, vertraute und bewährte Medikament zur Hand hat", sagt Gerhard Kobinger von der Österreichischen Apothekerkammer.

    Als erster Grundsatz für die Reisapotheke gilt: Ständig bzw. häufig benötigte Arzneimittel müssen immer in ausreichender Menge für die Dauer des Urlaubs mitgenommen werden. Sinnvoll ist auch ein "Sicherheitszuschlag", damit ein Flugausfall wegen Streik oder Schlechtwetter nicht zum Problem wird. Bei Flugreisen gehören die Medikamente ins Handgepäck, damit die wichtigsten Arzneimittel immer griffbereit sind. Hier ist allerdings auf die Bestimmungen bezüglich Flüssigkeiten etc. zu achten. Um Schwierigkeiten zu vermeiden, hilft ein Zertifikat des behandelnden Arztes, das die Erkrankung und die benötigte Medikation bescheinigt.

    Die Klassiker

    Zur Standardausrüstung einer Reiseapotheke gehören Arzneimittel gegen Reiseübelkeit und Verdauungsprobleme wie Verstopfung, Durchfall und Erbrechen, gegen Schmerzen und Fieber sowie gegen Allergien und Juckreiz. Verbandzeug wie Pflaster und Blasenpflaster, eine elastische Binde und Kühlkompressen sowie Schere, Pinzette, Wunddesinfektionsmittel, eine Wund- und Heilsalbe sowie Insektenschutz dürfen in einer gut sortieren Reiseapotheke nicht fehlen.

    Es empfiehlt sich darüber hinaus auch, Medikamente gegen Husten, Heiserkeit, Halsschmerzen und Schnupfen sowie Augen- und Nasentropfen, ein Elektrolytpräparat, eine Salbe gegen Prellungen und Verstauchungen sowie ein Fieberthermometer einzupacken. Der richtige, auf den jeweiligen Hauttyp abgestimmte Sonnenschutz gehört ebenfalls ins Reisegepäck.

    Medikamente, die speziell auf den Urlaubsort abgestimmt sind (z.B. Malaria-Vorsorge), sollten bereits zu Hause besorgt werden. "Das Mitführen von medizinischen Dokumenten, wie Impfpass, Diabetikerpass oder Allergiepass ist ebenfalls ratsam. Ins Reisegepäck gehört selbstverständlich auch die e-Card", erinnert Kobinger.

    Reiseapotheke für Kinder

    Wer mit Kindern verreist, sollte die Reiseapotheke auf die Bedürfnisse der Kleinen abstimmen und Präparate speziell für Kinder gegen Fieber, Schmerzen und Erkältungskrankheiten mitnehmen. Da manche Kinder auf das Essen im Urlaubsort mit Durchfall oder Erbrechen reagieren, empfehlen die Apotheker die Mitnahme von speziellen Elektrolyt- und Durchfallpräparaten. Auch eine gute Sonnenschutzcreme für die empfindliche Kinderhaut muss immer mit ins Reisegepäck. Es gibt eigene Sonnenpflegeprodukte für Kinder, die einen sehr hohen Schutzfaktor (LSF 50) aufweisen und gut hautverträglich sind.

    Die Reiseapotheke sollte möglichst kühl, trocken und lichtgeschützt transportiert werden. Am Urlaubsort angekommen, wird empfohlen die Arzneimittel am besten in einem dunklen, trockenen Kleiderschrank zu deponieren. Auf keinem Fall sollten sie direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden.

    Wer auf Reisen geht, braucht neben den in Österreich empfohlenen Standard-Impfungen oft noch einen zusätzlichen Schutz. "Wichtig ist, dass sich Reisende rechtzeitig informieren und impfen lassen, damit bei Antritt der Reise ein ausreichender Impfschutz vorhanden ist", sagt Kobinger. (red, 14.6.2018)

    • Mit einer gut sortierten Reiseapotheke sorgen Urlauber für Krankheitsfälle oder kleinere medizinische Notfälle vor.
      foto: istock

      Mit einer gut sortierten Reiseapotheke sorgen Urlauber für Krankheitsfälle oder kleinere medizinische Notfälle vor.

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