WHO meldet Erfolg: Malaria in Paraguay ausgerottet

    12. Juni 2018, 09:48
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    Seit drei Jahren gibt es in Paraguay keine neuen Malaria-Fälle, das gab die WHO nun bekannt

    Erstmals seit 45 Jahren ist mit Paraguay ein amerikanisches Land als Malaria-frei erklärt worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab diese Einstufung nun bekannt.

    Das letzte Land des amerikanischen Kontinents, das diesen Status erhielt, war im Jahr 1973 Kuba. "Erfolgsgeschichten wie die Paraguays zeigen, dass es möglich ist", erklärt WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus in einer Botschaft. Wenn Malaria in einem Land ausgerottet werden könne, sei das in allen Ländern möglich.

    Paraguay ist eines der 21 Länder, für die die WHO 2016 das Ziel gesetzt hatte, die Malaria bis 2020 auszurotten. Die Zertifizierung als Malaria-frei gibt es nach dreijährigem Ausbleiben neuer Fälle. Costa Rica, Ecuador, El Salvador und Mexiko sind weitere Länder auf der Liste.

    Massiver Anstieg

    Bis 2015 ging die Zahl der Malaria-Fälle weltweit nach WHO-Angaben innerhalb von 15 Jahren um 37 Prozent zurück, die Sterblichkeitsrate sank um 60 Prozent. 2016 nahm die Zahl der Erkrankungen jedoch wieder zu, wie aus dem Malaria-Report von November 2017 hervorgeht: In 91 Ländern stieg die Zahl gegenüber dem Vorjahr insgesamt um fünf auf 216 Millionen, die Zahl der Todesfälle blieb mit 445.000 ungefähr gleich.

    Vor allem südlich der Sahara, wo 90 Prozent der Fälle vorkämen, seien Rückschritte zu verzeichnen, hieß es. Auch in Venezuela gebe es einen massiven Anstieg der Fälle, weil der Kampf gegen Malaria dort nachgelassen habe.

    Von Mücken übertragen

    Der Leiter des WHO-Malaria-Programms, Pedro Alonso, erklärt, mit zusätzlichen Ressourcen und politischem Engagement könnten die Probleme überwunden werden. Alonso hatte im April die knappen Mittel zur Bekämpfung der Malaria angeprangert. Die WHO gab 2015 das Ziel aus, 5,5 Milliarden Dollar jährlich im Kampf gegen Malaria einzusetzen. Es komme aber nur gut die Hälfte zusammen, so Alonso.

    Malaria ist eine von einzelligen Parasiten, sogenannten Plasmodien, verursachte Infektionskrankheit. Die Erreger werden von Anopheles-Stechmücken vor allem in den Tropen und Subtropen übertragen. Symptome sind Fieber, Anämie und neurologische Probleme. Unbehandelt kann die Erkrankung tödlich verlaufen. In diesem Jahr wird erstmals in drei afrikanischen Ländern eine Impfung gegen Malaria erprobt. (APA, 12.6.2018)

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