Autonomes Fahren: Tesla und Co "führen Autofahrer in die Irre"

    12. Juni 2018, 08:31
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    Ein Bericht britischer Verkehrssicherheitsforscher übt deutliche Kritik am Marketing von "Autopiloten"

    Immer mehr Autobauer bewerben ihre Fahrzeuge damit, dass diese schon nahezu selbstständig unterwegs sein können. Das sorge für unrealistische Erwartungen und erhöhe die Gefahr für Unfälle, schreiben nun die Forscher des britischen Thatcham Research in einem Bericht. Bezeichnungen wie "Autopilot" bei Tesla oder "ProPilot" bei Nissan sorgen für ein "falsches Gefühl von Sicherheit", da die Systeme noch nicht ausgereift genug sind, um tatsächlich autonom zu agieren.

    "Gefährliche Situationen"

    So handelt es sich de facto um Fahrhilfen, schreibt Thatcham Research, das den Bericht gemeinsam mit dem Verband britischer Versicherer verfasst hat. "Wir sehen nun gefährliche Situationen, die entstehen, weil Autofahrer erwarten, dass ihr Fahrzeug autonom fährt", sagt der Forscher Matthew Avery zum Guardian. Der menschliche Fahrer ignoriert dabei oft, dass er ständig aufmerksam sein muss, um im Notfall wieder die Kontrolle zu übernehmen.

    "Nicht hilfreich"

    Die vergangenen Monate brachten eine Reihe von tödlichen Unfällen, bei denen autonome Fahrfunktionen aktiviert waren. Besonders Tesla steht deshalb in der Kritik. Der Autobauer betont in einem Statement, dass Kunden sehr wohl wissen, was "Autopilot" bedeutet. Laut Avery seien derartige Namen jedoch "nicht hilfreich". (red, 112.6.2018)

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      foto: reuters/blake
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