Hoher Aufwand, rückläufige Verkäufe: Morawa stellt Zeitungsvertrieb ein

11. Juni 2018, 16:21
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Wegen insgesamt stark rückläufiger Verkäufe von Zeitungen und Magazinen – Geschäft würde sich kurz- bis mittelfristig nicht mehr rechnen

Wien – Morawa stellt das Tochterunternehmen Morawa Pressevertrieb, das den Einzelhandel mit Zeitungen und Magazinen beliefert, mit Jahresende 2018 ein. Begründet wird der Schritt mit "stark rückläufigen Verkäufen von Zeitungen und Zeitschriften im Einzelhandel, welche der immer massiveren Digitalisierung geschuldet sind", hieß es am Montag in einer Aussendung.

"Vor allem bei den Tageszeitungen ist der Rückgang besonders bemerkenswert. Gleichzeitig verursachen aber die Tageszeitungen den höchsten logistischen Aufwand bei der Verteilung an die Presseeinzelhändler", teilte Morawa weiters mit.

Verkäufe insgesamt rückläufig

"Es ist so, dass sich das Geschäft kurz- bis mittelfristig nicht mehr rechnen würde", sagte Morawa-Geschäftsführer Emmerich Selch. "Die Kosten, die der Vertrieb verursacht, sind so hoch, dass die Verkaufserträge diese à la longue nicht mehr decken würden." Nun bemühe man sich um ein geordnetes Ende, denn es solle nicht passieren, dass der Weg Richtung Insolvenz führe, so Selch. "Wir ziehen uns vom Markt zurück, weil die Verkäufe insgesamt rückläufig sind."

Der Manager erklärte, dass sich der Markt in Österreich aufteilt: Einerseits den Morawa Pressevertrieb und andererseits den Pressegroßvertrieb Salzburg. Sie liefern unterschiedliche Titel an die selben Abnehmer wie Trafiken und Co. "Die Verlage werden künftig wohl über den Großvertrieb Salzburg vertrieben werden", so Selch, Gesellschafter und Miteigentümer der Morawa GmbH und des Morawa Pressevertriebs.

Fristen

Der Entscheidung, Ende 2018 zu schließen, erklärte Selch so, dass Verträge einzuhalten seien und die Verträge mit Verlagen so weit es Fristen ermöglichten aufgekündigt werden. Dazu sei eine Vorlaufzeit zu berücksichtigen.

Der Morawa Pressevertrieb vertreibt rund 3.000 verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften. In Österreich gehören laut Selch "praktisch alle Tageszeitungen außer Titel der Mediaprint" dazu. Er relativierte, dass Zeitungen überwiegend aber im Abo an den Kunden gebracht würden, was nicht zum Geschäftsfeld des Morawa Pressevertriebs gehöre. Aus Deutschland vertreibt der Morawa Pressevertrieb beispielsweise Titel der Verlage Axel Springer, Gruner + Jahr und der Funke Mediengruppe.

Der Morawa Pressevertrieb gehört laut Firmencompass zu 75,1 Prozent der Morawa Holding Gmbh und zu 24,9 Prozent Mediaprint Zeitungs- und Zeitschriftenverlag Gesellschaft m.b.H & Co Kommanditgesellschaft. (APA, 11.6.2018)

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