Neue Attacken Tayyip Erdoğans gegen Sebastian Kurz

    11. Juni 2018, 11:55
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    Der Streit um Moscheenschließungen eskaliert. Bei einer Wahlkampfrede Erdoğans gab es Pfiffe gegen Österreich. Deutschland soll dem Kanzler Manieren beibringen, fordert der türkische Präsident

    Hierzulande nennt man das "die Wadeln nach vorn richten": Der türkische Staatschef Tayyip Erdoğan hat ein weiteres Mal Kanzler Seabstian Kurz (ÖVP) angegriffen und ihm unbotmäßiges Verhalten vorgeworfen. Europa, allen voran Deutschland, solle den Kanzler "in Ordnung bringen", rief Erdoğan Sonntagabend vor tausenden Anhängern bei einem religiös untermalten Wahlkampfauftritt in einem Arbeiterviertel in Istanbul.

    Die Menge pfiff und johlte, als Erdoğan auf das Thema Moscheenschließung in Österreich kam. Erdoğan hatte zuvor eine Tirade gegen Israel geritten. In Österreich werde jetzt gegen Muslime, Moscheen und Gebetshäuser vorgegangen, erklärte er. Hier zeigten sich Europas Feindlichkeit gegenüber dem Islam und Europas Rassismus.

    "Krieg zwischen Muslimen und Christen"

    Dann sprach Erdoğan Kanzler Kurz direkt an: "Ich rufe Österreichs Kanzler zu: Du bist noch jung, du brauchst noch viel Erfahrung." Kurz sei noch in der Lehrzeit, erklärte der türkische Staatschef. Mit der Schließung der sieben Moscheen und dem Hinauswurf von Imamen könne ein Krieg zwischen Muslimen und Christen beginnen. "Du trägst dafür die Verantwortung."

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    Tayyip Erdoğan bei seiner Rede in Istanbul zum Ende des Fastenmonats (Österreich wird ab Minute 3:55 Thema).

    In der Türkei ist es üblich, dass Politiker in öffentlichen Reden ihre Gegner duzen. Erdoğan ist 64, Kurz wird Ende August 32 Jahre alt. Seinen Wahlkampfauftritt am Sonntagabend im Istanbuler Stadtteil Esenler hielt Erdoğan zugleich in der "Nacht der Bestimmung", einer für Muslime heiligen Nacht zum Ende des Fastenmonats. (Markus Bernath, 11.6.2018)

    • In Österreich werde jetzt gegen Muslime, Moscheen und Gebetshäuser vorgegangen, beschwerte sich Tayyip Erdoğan. Hier zeigten sich Europas Feindlichkeit gegenüber dem Islam und Europas Rassismus.
      foto: reuters/umit bektas

      In Österreich werde jetzt gegen Muslime, Moscheen und Gebetshäuser vorgegangen, beschwerte sich Tayyip Erdoğan. Hier zeigten sich Europas Feindlichkeit gegenüber dem Islam und Europas Rassismus.

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