Roborock S50 im Test: Nie wieder staubsaugen und Boden wischen?

    8. August 2018, 15:53
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    Nachfolger von Geheimtipp Xiaomi Mi kann im Test vielerorts überzeugen

    Unter Staubsauger-Roboter-Kennern ist Xiaomis Mi-Gerät schon länger ein Geheimtipp. Auch im STANDARD-Test konnte die Maschine überzeugen. Für vergleichsweise wenig Geld bekommt man einen Staubsauger-Roboter, der verlässlich die eigenen vier Wände reinigt. Mit dem Roborock S50 gibt es nun einen Nachfolger. Dieser spricht nun auch Deutsch und kann nicht nur saugen, sondern auch wischen. DER STANDARD konnte das Gerät mehrere Wochen lang testen.

    daniel koller/derstandard.at
    Der Xiaomi-Staubsauger kann nun auch wischen.

    Viel Leistung für wenig Geld

    Optisch hat sich im Vergleich zum Vorgänger wenig getan. Unter der Haube wurde beim Roborock S50 aber nachgebessert, so weist der Roboter nun eine höhere Saugleistung und eine Wischfunktion auf. Zwischen 300 und 400 Euro muss man für das Gerät einrechnen – je nachdem, bei welchem Importhändler man die chinesische Maschine bestellt. Im Vergleich mit anderen Robotern mit ähnlicher Saugleistung ein sehr guter Preis.

    Etwas komplizierte Einrichtung

    Die Einrichtung des Roborock S50 ist beim ersten Mal etwas kompliziert, zudem sind Englischkenntnisse Pflicht, eine deutsche Übersetzung gibt es nicht. Um den Roboter in Betrieb zu nehmen, muss die kostenlose Mi-App aus dem App-Store oder Play-Store bezogen werden. In weiterer Folge kann dann der Roborock S50 hinzugefügt werden.

    5-GHz-Netz wird nicht unterstützt

    Danach muss eine WLAN-Verbindung hergestellt werden. Dies tut man, indem man sich zuerst mit dem Roboter per WLAN verbindet und diesem dann die Zugangsdaten bereitstellt. Dies klappte im Test erst beim zweiten Versuch. Eine Verbindung mit einem 5-GHz-Netz ist außerdem nicht möglich. Man kann den Roborock S50 übrigens auch ohne WLAN-Verbindung einfach per Knopfdruck benutzen. Das Gerät wird dann aber nicht mit Updates versorgt und kann auch nicht über das Smartphone gesteuert werden.

    Vier Saug-Modi und Teppich-Funktion

    Ist die Einrichtung vollzogen, kann entweder gleich geputzt oder noch ein letztes Feintuning erledigt werden. Vier verschiedene Saug-Modi stehen zur Verfügung, und wenn man Teppiche zu Hause hat, kann man dies auch mittels App festlegen. Der Roboter soll diese dann eigenständig erkennen und erhöht den Saugdruck automatisch. Über die App lassen sich zudem Events erstellen, dass der Roborock S50 täglich oder wöchentlich zu einem festgelegten Zeitpunkt putzt. Zuletzt werden auch Infos zum aktuellen Zustand des Geräts geliefert und wann man Hardwareteile tauschen muss.

    Sehr gute Saugleistung

    Im Test überzeugte die Staubsaugerfunktion des Roboters sehr. Geprüft wurden die maximale und die Standard-Einstellung. Der Roboter saugt sämtlichen Staub und Lurch ein, der sich ihm in den Weg stellt, und kann dank eines rotierenden Minibesens auch die Ecken saubermachen. Testweise wurden auch Mehl und Reis verschüttet. Hier arbeitete der Roborock S50 ebenso verlässlich, wenngleich beim Reis zwei Läufe nötig waren, um auch wirklich alle Körner einzusaugen. Bei einem Umzug mit Überresten von Schrauben und Karton auf dem Boden zeigte das Gerät auch keine Blöße.

    daniel koller/derstandard.at
    Wenn der Roboter fertiggesaugt hat, meldet er sich per Push-Benachrichtigung.

    Wischfunktion in Ordnung

    Die Wischfunktion hingegen ist lediglich in Ordnung. Auf der Unterseite des Roboters findet sich ein Wischtuch, das über einen Wassertank mittels Düsen befeuchtet wird. Leichte Verschmutzungen bekommt man auf diesem Wege weg, hartnäckigen Dreck hingegen nicht. Testweise auf dem Boden größer verteiltes Ketchup und Zahnpasta wurden vielmehr verschmiert, nicht aber entfernt. Hier muss man dann selber Hand anlegen. Bei einer leichten Verschmutzung arbeitet das Gerät aber verlässlich.

    Manchmal hapert es

    Den Roborock S50 komplett eigenständig arbeiten zu lassen ist zuletzt auch nicht immer möglich. Der Staubsauger-Roboter verfing sich mehrere Male in einem Teppich und musste dann hochgehoben und wieder aktiviert werden. Einmal sorgte auch ein Bademantel auf dem Boden dafür, dass das Gerät sich verzweifelt per Push-Notification meldete und darum bat, es wieder hochzuheben und das Hindernis zu entfernen. Ansonsten arbeitete der Staubsauger-Roboter aber ohne menschliches Zutun.

    Fazit

    Der Roborock S50 ist insgesamt ein sehr guter Staubsauger-Roboter für vergleichsweise wenig Geld. Das Gerät hält den Boden zuverlässig sauber und operiert fast ganz ohne menschlichen Eingriff. Die Wischfunktion ist ein willkommener Zusatz – gröbere Verschmutzungen bekommt man auf diesem Wege aber nicht weg. Dass Xiaomi bei der Maschine auch eine englische Sprachausgabe integriert hat, ist ferner ein großes Plus.

    Bleibt zuletzt die Frage, ob denn nicht auch der günstigere Vorgänger um circa 200 Euro reicht. Wer auf die passable Wischfunktion und eine stärkere Saugleistung verzichten kann, wird mit dem Xiaomi Mi ebenso zufrieden sein. Die zusätzlichen Euro für den Roborock S50 sind aber definitiv kein rausgeschmissenes Geld, sondern eine gute Investition. (Daniel Koller, 8.8.2018)

    Hinweis im Sinne der redaktionellen Richtlinien: Das Testgerät wurde von Trading Shenzhen zur Verfügung gestellt.

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    Nachlese

    Xiaomi-Saugroboter im Test: Praktischer Haushaltshelfer mit Sprachbarriere

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