Doch keine Tiermumie: Balsamierter Fötus gibt Rätsel auf

    Ansichtssache10. Juni 2018, 15:13
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    Außerdem: Auch Exomonde könnten belebt sein, eine innovative Schall-Tarnkappe und Fußspuren, die den Mond erwärmen

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    fotos: maidstone museum/western universit

    Ägyptische Falkenmumie entpuppt sich als Fötus mit schwerer Fehlbildung

    Die Alten Ägypter mumifizierten nicht nur ihre Toten, auch heilige Tiere wurden für die Ewigkeit rituell einbalsamiert. Hauptsächlich handelte es sich um Katzen,- Krokodil- und Falkenmumien, wie Archäologen durch mittlerweile recht zahlreiche Funde belegen konnten. Ein entsprechendes Stück mit der Nummer EA 493 im britischen Maidstone Museum wurde aufgrund der Aufmachung bislang in die selbe Kategorie eingeordnet: Unter den Experten der altägyptischen Sammlung galt das rund 2.100 Jahre alte Objekt aus der Ptolemäerzeit nicht zuletzt wegen seiner aufgemalten Falkensymbole als Greifvogelmumie.

    Computertomographische Scans enthüllten nun aber eine Überraschung: Statt eines Vogels entdeckten die Wissenschafter auf den Aufnahmen menschliche Überreste. Genauere Analysen durch den Mumienfachmann Andrew Nelson von der Western University in Kanada erzählen schließlich eine tragische Geschichte: Bei der Mumie handelt es sich um einen männlichen Fötus, der spätestens in der 28. Schwangerschaftswoche höchstwahrscheinlich tot zur Welt gebracht wurde. Sein Kopfbereich wies schwere Missbildungen auf, der Schädel war nicht zugewachsen und ähnliche Fehlbildungen zeigten sich auch an der Wirbelsäule. Die Experten schließen daraus auf einen Fall von Anenzephalie – es ist damit erst die zweite bekannte Mumie überhaupt, die derartige Eigenschaften aufweist.

    Warum der Fötus einbalsamiert worden war, stellt die Forscher allerdings vor ein Rätsel, ebenso wie die Falkensymbole auf der Außenseite. Einer derartigen Behandlung könnte zugrunde liegen, dass Föten im Alten Ägypten mitunter auch als Talismane verwendet wurden, meint Nelson.

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