EU plant mit 100 Milliarden Euro für Forschung

7. Juni 2018, 12:55
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Der Vizepräsident der EU-Kommission Jyrki Katainen möchte die Europa zu einem weltweiten Spitzenreiter machen

Brüssel – Die EU-Kommission sieht 100 Milliarden Euro für den Forschungs- und Innovationsbereich im Rahmen des nächsten Mehrjahresbudgets 2021-2027 vor. Der Vizepräsident der EU-Kommission Jyrki Katainen betonte am Donnerstag, es gehe darum, Europa in diesen Bereichen zu einem weltweiten Spitzenreiter zu machen.

EU-Forschungskommissar Carlos Moedas sagte, das derzeit laufende Programm "Horizon 2020" sei eine der größten Erfolgsgeschichten Europas. Das neue Programm "Horizont Europa" soll dies noch übertreffen. Vor allem gehe es um eine Erhöhung der Mittel für den Europäischen Forschungsrat ERC (mit dem die EU Grundlagenforschung fördert, Anm.), um die weltweite Führungsposition zu stärken. Außerdem werde ein neuer Europäischer Innovationsrat vorgeschlagen, um die Finanzierung bahnbrechender Innovationen in Europa zu modernisieren.

Horizon 2020

Das Programm "Horizon 2020" sei mit 77 Mrd. Euro dotiert gewesen. Nehme man Großbritannien weg, komme man auf 67 Milliarden. Nun werde eine Erhöhung auf 100 Mrd. Euro vorgeschlagen, betonte Moedas.

Der Europäische Innovationsrat soll die EU unterstützen, eine Vorreiterrolle bei marktschaffenden Innovationen zu übernehmen. Eine zentrale Anlaufstelle soll vielversprechende und bahnbrechende Technologien mit großem Potenzial vom Labor bis zur Marktreife führen und die innovativsten Start-ups und Unternehmen bei der Entwicklung ihrer Ideen unterstützen. Der Innovationsrat könne beitragen, schnell veränderliche, hoch riskante Innovationen, die über ein großes Potenzial zur Schaffung neuer Märkte verfügen, zu ermitteln und zu finanzieren. Die Einrichtung werde die Arbeit des Europäischen Innovations- und Technologieinstituts (EIT) ergänzen.

Außerdem soll es einen hohen europäischen Mehrwert durch diese neuen Instrumente geben, um Probleme des täglichen Lebens anzugehen. Als Beispiele nannte die Kommission die Bekämpfung von Krebs, den sauberen Verkehr oder plastikfreie Meere. Das Innovationspotenzial der gesamten EU müsse optimal genutzt werden. So sollen neue Synergien mit dem Strukturfonds und dem Kohäsionsfonds die Koordinierung und Kombination von Finanzierungen erleichtern und Regionen unterstützen.

Offene Wissenschaft

Ein Pfeiler sei auch die "offene Wissenschaft". Das soll einen offenen Zugang zu Veröffentlichungen und Daten gewährleisten. Auch dies werde Markteinführungen unterstützen.

Katainen und Moedas drängten auf eine rasche Einigung über den gesamten langfristigen EU-Haushalt. Verzögerungen würden die klügsten Köpfe zwingen, sich andernorts nach Möglichkeiten umzusehen.

Derzeit steht man am Anfang der Verhandlungen zum nächsten mehrjährigen Finanzrahmen. Dabei haben sich wie in der Vergangenheit die unterschiedlichen Vorstellungen zwischen den EU-Institutionen manifestiert. Die Kommission schlug einen Haushaltsrahmen von 1,11 Prozent des BIP vor, das EU-Parlament möchte gar 1,3 Prozent haben, und mehrere Staaten, unter ihnen Österreich, sind gegen eine Ausweitung des derzeitigen Rahmens von 1,0 Prozent. (APA, 7.6.2018)

  • Im Rahmen des Mehrjahresbudgets 2021-2027 sollen 100 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung fließen.
    foto: reuters/vincent kessler

    Im Rahmen des Mehrjahresbudgets 2021-2027 sollen 100 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung fließen.

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