Section-Control: Sicherheitsplus oder Abzocke?

    8. Juni 2018, 09:00
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    Mit den Baustellen wächst die Anzahl der Section-Controls – sie sind eine Einnahmequelle für die Asfinag und erhöhen gleichzeitig die Sicherheit. Was ist Ihnen wichtiger?

    Wer derzeit von Wien über die Südautobahn nach Italien reist, fährt von einer Section-Control in die nächste. Gerade in Kärnten, wo seit September 2017 bis April 2019 mehr als 21 Kilometer Tunnel saniert werden, ist das besonders häufig der Fall.

    Donauuferautobahn und Wiener Neustadt

    Bei dieser Abschnittskontrolle wird die Zeit zwischen dem Einfahren in einen beziehungsweise dem Ausfahren aus einem bestimmten Abschnitt gemessen und so die Durchschnittsgeschwindigkeit berechnet. Die erste Section-Control wurde in Österreich im September 2003 auf der Donauuferautobahn in Betrieb genommen.

    Für Aufsehen sorgte vergangenes Jahr die Section-Control auf der A2 bei der Baustelle in Höhe von Wiener Neustadt, durch die bis zu 600 Anzeigen täglich ausgeschickt wurden, weil sich die Lenkerinnen und Lenker nicht an den Baustellen-80er hielten. Der Abzocke-Aufschrei war unüberhörbar. Der Teil der Bußgelder, der an die Asfinag fließt, wird "zweckgebunden in Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit" investiert, erklärt die Asfinag.

    foto: asfinag
    Die großen Überkopfbügel waren die ersten Messstationen der Section-Control. Inzwischen passt die Technik in weitaus kleinere Kästen.

    Gleichzeitig zeigt die Statistik, wie wirksam diese Abschnittskontrollen sind, was die Reduktion der Unfälle und/oder deren Folgen angeht. Mit Ausnahme der Section-Control im Plabutschtunnel gingen überall die Unfälle mit Personenschaden zurück, teilweise sogar stark, wie zum Beispiel am Wechsel. Betrachtet man das vor dem Hintergrund des ständig steigenden Verkehrsaufkommens, ist das Ergebnis noch einmal besser. Was für alle Abschnitte – und damit auch für den Plabutschtunnel – gilt: Wenn Unfälle passieren, dann sind es leichtere Unfälle ohne schwerverletzte Personen, ohne Todesopfer, weil die Spitzengeschwindigkeiten stark abgenommen haben, wie die Asfinag erklärt.

    Tunnelblick

    Betrachtet man die Tunnel – die ja zu Beginn des Artikels Thema waren –, dann hat sich die Unfallrate in Tunneln mit Section-Control im Vergleich zu allen Tunneln im Zeitraum von 1999 bis 2013 von 0,074 Unfällen mit Personenschaden pro Million gefahrener Kfz-Kilometer auf 0,047 fast halbiert. Gleiches gilt für die Unfallkosten in Relation zur Fahrleistung. Sogar in den Bereichen vor und nach der Section-Control nahm die Unfallrate zum Teil gravierend ab.

    Den Erfolg der Section-Control kann man also nicht mit ruhigem Gewissen schlechtreden. Doch wie geht es Ihnen mit dieser Art der Überwachung? Fühlen Sie sich in den Bereichen der Section-Control sicherer? Ist gar das Gegenteil der Fall? Haben Sie wegen einer Geschwindigkeitsübertretung wegen einer Section-Control schon einmal Strafe zahlen müssen? Würden Sie mehr Abschnittskontrollen begrüßen? Erzählen Sie uns, was Sie von der Section-Control halten! (Guido Gluschitsch, 8.6.2018)

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