Uni-Ranking: Leichtes Abrutschen von Österreichs Top-Universitäten

    7. Juni 2018, 12:21
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    Weiter hinten kann sich die Uni Innsbruck um ein paar Plätze verbessern, TU Graz macht großen Sprung nach vorn

    Wien – Gleich zwei internationale Uni-Rankings sind dieser Tage erschienen. Unerfreulich sind dabei vor allem die Ergebnisse des "QS University Ranking", das vom britischen Unternehmen Quacquarelli Symonds erstellt wird: Die am besten gereihten österreichischen Hochschulen sind darin nämlich alle leicht abgerutscht. Dieses Ranking wird übrigens formal immer für das Folgejahr angegeben, die aktuelle Wertung läuft daher unter "2019".

    Die Universität Wien kam dabei als beste heimische Hochschule heuer auf Platz 175 (Vorjahr: 154) und die Technische Universität (TU) Wien auf Platz 199 (Vorjahr: 182). Etwas bergauf ging es für die Uni Innsbruck mit Platz 279 (Vorjahr: 286). Einen Riesensprung nach oben machte dagegen die TU Graz auf Platz 363 (Vorjahr: 501-550).

    Weiters im Ranking vertreten sind die Uni Linz auf Platz 456 (Vorjahr: 471-480), die Uni Graz auf Platz 561-570 (Vorjahr: 471-480), die Uni Klagenfurt auf Platz 701-750 (Vorjahr: 751-800) und die Uni Salzburg unverändert auf 751-800.

    "Recht unerfreulich"

    Der Rektor der Universität Wien, Heinz Engl, hält zwar Globalrankings ganzer Universitäten für weniger aussagekräftig als Ranglisten in einzelnen Fächern – dort liege die Uni Wien in Mathematik, Life Sciences und Linguistik immer noch recht gut. "Aber das Gesamtbild ist natürlich recht unerfreulich", so Engl. Das Abrutschen gegenüber dem Vorjahr sei vor allem auf die schlechten Betreuungsrelationen sowie die Bewertungen durch Fachkollegen sowie Arbeitgeber zurückzuführen.

    Die ab 2019 geltenden neuen Regelungen zur Studienplatzfinanzierung und zum Universitätszugang würden zwar in Zukunft Verbesserungen ermöglichen, meinte Engl. "Aber sicher nicht nächstes Jahr, sondern dann, wenn sie greifen." Ab Herbst 2019 kann die Uni Wien überlaufene Fächer wie etwa Rechtswissenschaften, Chemie oder einige Sozialwissenschaften mit Zugangsbeschränkungen versehen.

    "Am wehesten" tut dem Rektor das Abfallen in der Bewertung der Arbeitgeber. Dies sei nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen, dass die Probleme der österreichischen Unis schon seit Jahren diskutiert würden. "Wenn ständig von schlechten Betreuungsrelationen und langen Studiendauern geredet wird, hören das sowohl die Academic Community als auch die Arbeitgeber. Und dementsprechend bewerten sie dann."

    Die Top Ten

    Insgesamt dominieren Universitäten aus den USA und Großbritannien die Top Ten: Auf Platz eins steht zum siebenten Mal hintereinander das Massachusetts Institute of Technology (MIT). Die Plätze zwei (Stanford University) und drei (Harvard University) belegen wie im Vorjahr ebenfalls US-Unis.

    Es folgen das California Institute of Technology (Caltech) sowie die britischen Universitäten Oxford und Cambridge. Mit der ETH Zürich (Schweiz) schaffte es die beste kontinentaleuropäische Uni heuer auf Rang sieben. Das Imperial College London, die University of Chicago und das University College London belegen die Plätze acht bis zehn.

    Hintergrund

    Beim QS Ranking hängen 40 Prozent der Reihung von den Ergebnissen einer weltweiten Umfrage unter Akademikern zum Ansehen von Hochschulen ab, weitere zehn Prozent von einer zusätzlichen Befragung unter Arbeitgebern. Je 20 Prozent der Wertung ergeben sich aus dem Zahlenverhältnis Studenten-Lehrende sowie der anhand von Zitierungen gemessenen Forschungsleistung und je fünf Prozent aus dem Anteil an internationalen Studenten bzw. internationalem Personal.

    Etwas erratisch fällt ein anderes neues Ranking aus: Seit einigen Jahren veröffentlicht mit Times Higher Education (THE) der Anbieter des wohl wichtigsten Uni-Rankings eine eigene Auswertung der besten "Jung-Unis" – also jener Unis, die in den vergangenen 50 Jahren gegründet oder aus anderen Hochschulen ausgegliedert wurden. So geht etwa die vor mehr als 650 Jahren als älteste medizinische Fakultät des deutschsprachigen Raums gegründete Medizinische Universität Wien als Junguni durch, weil sie 2004 aus der Uni Wien ausgegliedert wurde und seither eine eigenständige Institution ist.

    Die MedUni kommt in dem Ranking – dieses läuft auch formal unter "2018" – auf Platz 38, knapp vor der im gleichen Jahr aus der Uni Graz ausgegliederten Medizin-Uni Graz auf Platz 41, deren Medizin-Studium ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Noch im Vorjahr war die Medizin-Uni Wien aus dem Ranking wieder herausgenommen worden, weil sie ihr Studium nicht im Bachelor-Master-System anbietet. (APA, red, 7. 6. 2018)

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