Städtebund fordert Pflegekonzept, das Qualität garantiert

6. Juni 2018, 15:19
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Der Städtebund tagt in Feldkirch. Schwerpunktthema ist die Zukunft der Pflege

Feldkirch – Der 68. Städtetag des Österreichischen Städtebunds findet zum 800-jährigen Stadtjubiläum in Feldkirch/Vorarlberg statt. Mit 85 Teilnehmenden ist es das bisher größte Treffen von Kommunalpolitikerinnen und –politikern und das letzte unter dem Vorsitz des scheidenden Präsidenten Michael Häupl (SP). Das Motto der dreitägigen Tagung "Für ein neues Miteinander" steht für sozialen Zusammenhalt, für Solidarität in den Gemeinden. Schwerpunktthema ist die Zukunft der Pflege.

Michael Häupl skizzierte in der Pressekonferenz vor Beginn des Städtetags die wesentlichen Herausforderungen: Die Qualitätssicherung durch gut ausgebildete Fachkräfte. Man müsse sich auf eine Form der Ausbildung festlegen, forderte der frühere Wiener Bürgermeister. Das Thema Pflegelehre müsse man diskutieren.

Qualität der Pflege sichern

Die mobile Pflege, in Wien von 90 Prozent der Pflegebedürftigen in Anspruch genommen wird, müsse ausgebaut werden. Mit der Einigung zwischen Ländern und Bund über die Pflege-Finanzierung nach Wegfall des Regresses habe man einen vernünftigen Weg beschritten, "doch das ist nur ein kleiner Teil des großen Themas". Noch fehle ein grundsätzliches Konzept zur Zukunft der Pflege.

Die Zufriedenheit der Menschen mit dem Pflegeangebot war eine der wesentlichen Fragestellungen, des Instituts Sora für das diesjährige Städtebarometer. 16 Prozent der Befragten gen an, einen Pflegefall in der Familie zu haben, drei Prozent nehmen selbst Pflege in Anspruch. Bevorzugt wird die Pflege zu Hause (89 Prozent). 59 Prozent werden von Angehörigen gepflegt, 51 Prozent nehmen mobile Hilfsdienst in Anspruch, 23 Prozent stationäre, 20 Prozent die Tagesbetreuung, zwölf Prozent 24-Stunden-Betreuung.

Pflegekosten machen Sorgen

Die Kosten werden mit Pflegegeld, Pension, Privatvermögen, Unterstützung von Angehörigen gedeckt. Mindestsicherung beziehen zwölf Prozent, private Versicherungen haben 15 Prozent. Über die Hälfte der Befragten hält das Angebot für Pflegebedürftige für nicht ausreichend.

Die Finanzierung der Pflege bereitet den Menschen Sorge. Über die Hälfte der Befragten fühlt sich schlecht abgesichert. 69 Prozent sprechen sich für staatliche Finanzierung der Pflege aus. Eine große Mehrheit ist gegen die Privatisierung von Senioren- und Pflegeeinrichtungen. 80 Prozent wollen, dass diese Institutionen in öffentlicher Hand bleiben.

Das Thema Pflege steht am Donnerstag auf der Tagesordnung. Ebenfalls am Donnerstag wird der neue Präsident des Städtebundes gewählt. Zur Wahl stellt sich Häupl-Nachfolger Bürgermeister Michael Ludwig (SP). (Jutta Berger, 6.6.2018)

  • Letzter Städtetag für Präsident Michael Häupl (SP)
    foto: markus wache

    Letzter Städtetag für Präsident Michael Häupl (SP)

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