"Notfallmamas" für Vereinbarkeit von Job und Familie

    6. Juni 2018, 13:10
    2 Postings

    Pilotprojekt: Frauen springen in Notsituationen bei Kinderbetreuung daheim ein

    Eisenstadt – In den Bezirken Neusiedl am See und Eisenstadt startet ein neues Pilotprojekt, das die Vereinbarkeit von Job und Familie erleichtern sollen. Sogenannte Notfallmamas können relativ kurzfristig für die Kinderbetreuung zu Hause gebucht werden, wenn etwa der Papa krank wird, der Pflegeurlaub aufgebraucht ist, die Mutter in der Arbeit ist und das Kind aber betreut werden muss.

    Die Initiative "Flexible Kinderbetreuung zu Hause" wird vom Verein KIB Children Care durchgeführt. "Familien aus der Region Neusiedl und Eisenstadt können bei uns Tag und Nacht unter der Hotline 0664/6 20 30 40 anrufen und wir organisieren in unvorhersehbaren Fällen eine 'Notfallmama'", sagt Heidi Eisingerich-Dillenz, KIB-Landeskoordinatorin für Niederösterreich und das Burgenland.

    Kein Ersatzbabysitter

    Die Kosten belaufen sich in der Regel ab acht bis etwa zehn Euro pro Stunde und werden mit der jeweiligen Notfallmama ausgemacht. Als Ersatzbabysitter, wenn man zum Beispiel schon länger Theaterkarten hat, soll die Notfallmama nicht genutzt werden. "Es geht hier einschließlich um die bessere Vereinbarkeit von Kinderbetreuung und dem Arbeitsleben", sagt sie. Betreut werden die Kinder von Personen, die meist eine Ausbildung im Kinderbetreuungsbereich haben, von Studentinnen oder zum Teil auch pensionierten Personen aus dem Pflegebereich. "Alle verbindet die Empathie für Kinder und Familien", so Eisingerich-Dillenz.

    Laut Familienlandesrätin Verena Dunst (SPÖ) arbeite man seit etwa einem halben Jahr an diesem Projekt. Die Pilotphase soll ein Jahr dauern, danach werde man sich den Bedarf ansehen und schauen, ob die Initiative auch für andere Regionen interessant ist.

    Erweitertes Konzept

    Das Burgenland sei in der Kinderbetreuung sehr gut aufgestellt, Fakt sei allerdings, "wir brauchen trotzdem auch etwas für die Randzeiten. Tagesmütter bzw. -vater (im Burgenland arbeitet derzeit ein Mann als Tagesvater, Anm.) decken viel ab, aber alles geht nicht", sagt Dunst. "Vieles geht, weil sich Eltern das organisieren. Das geht nur, wenn man das gut organisiert. Nur: Dennoch gibt es Situationen, da ist mit Organisieren Ende. Es ist dann irrsinnig schwierig", so die Landesrätin. Daher habe man überlegt, das Angebot der Notfallmamas, das sich ursprünglich an Familien mit kranken Kinder richte, in der Pilotphase nun zu erweitern.

    Wer Interesse hat, selbst als Notfallmama zu arbeiten und Kinder zu betreuen, kann sich ebenfalls an den Verein wenden. "Wir suchen immer weitere Notfallmamas", sagt Eisingerich-Dillenz. (APA, 6.6.2018)

    Share if you care.