GIS-Gebühr oder Bundesbudget? Die Fragen für Blümels Medienenquete zum Mit-Tippen

    Quiz6. Juni 2018, 12:22
    13 Postings

    "Offizielles Gütesiegel für 'guten Journalismus'": Kanzleramt lässt Stimmungsbilder in Arbeitsgruppen erheben

    Drei Arbeitsgruppen sollen sich bei der Medienenquete der Regierung am Donnerstag formieren – und dann den Weg zu neuen Gesetzen etwa für den ORF begleiten. Gernot Blümels Medienminsterium im Kanzleramt hat den Arbeitsgruppen aus den eingelangten Stellungnahmen zur Enquete Fragen zusammenstellen lassen, die sie für "Stimmungsbilder" in den Arbeitsgruppe abstimmen und klären sollen. Die Fragen scheinen da und dort schon richtungsweisend.

    Dem STANDARD liegen die Fragen an die Arbeitsgruppen vor – wir können nicht garantieren, dass das schon der Letztstand ist:

    Was ist Public Value?

    Arbeitsgruppe 1 – über Public Value – muss sich etwa entscheiden, welche dieser Erklärungen am ehesten Public Value ist, Mehrfachnennungen sind da nicht vorgesehen:

    • "öffentlich-rechtlicher Status eines Medienhauses"
    • "Inhalte für und von alle(n) Gesellschaftsgruppen"
    • "österreichischer Ursprung des Inhalts"
    • "hohe Standards an Unabhängigkeit, Integrität, Professionalität und Qualität"
    • "Innovationskraft der Formate"

    Die Public-Value-Arbeitsgruppe muss sich etwa noch fragen, ob sich Public Value an Reichweiten und Marktanteilen orientieren soll. Und ob die Produktion von Public Value unvereinbar ist mit Unternehmen, die auf Gewinn ausgerichtet sind.

    Der Privatsenderverband sowie ProSiebenSat1Puls4-Chef Markus Breitenecker und -Infochefin Corinna Milborn plädieren dafür, Programme im öffentlichen Interesse möglichst weitgehend (auch) privaten Unternehmen zu überlassen (und diese öffentlich zu fördern).

    Förderung: Vielfalt oder Qualität?

    Die Arbeitsgruppe zu "Finanzierung und Förderung" muss sich für ein "Hauptkriterium einer Medienförderung" entscheiden, und zwar zwischen:

    • "Sicherstellung von Medienvielfalt"
    • "Erhalt von Medien, die ohne Förderung eingestellt werden müssten"
    • "Reichweite eines Mediums"
    • "Einhaltung journalistischer Qualitätskritierien"

    Sie soll sich auch Gedanken machen, ob sich die Qualität von Medieninhalten messen lässt, woran sich die Förderung von TV- und Kinofilmen orientieren sollte (kulturelle Vielfalt, Österreich ist Schauplatz/Thema, österreichische Künstler und Künstlerinnen, 33 Prozent der Produktionskosten werden in Österreich investiert).

    Und: Soll die öffentliche Finanzierung von Inhalten auch unbeschränkten öffentlichen Zugang verlangen – auch ein Thema der Privatsender. Eine Antwortmöglichkeit hier: "nur wenn die Rahmenbedingungen passen".

    Und woher soll das Geld für Public-Value-Inhalte kommen, wenn sie einmal als solche identifiziert sind? Die Antwortmöglichkeiten: Rundfunkgebühren, Mittel aus dem Bundesbudget, und zu diesen Hauptfinanzierungsthemen der vergangenen Wochen auch noch Werbung und Sponsoring, Verkauf von Inhalten an andere Medien oder Verkauf an Konsumenten.

    "Offizielles Gütesiegel für 'guten Journalismus'"

    Die Arbeitsgruppe "Digitalisierung und Demokratie" hat sich etwa zu fragen: Wie kann man Fake-News am besten entgegenwirken? Die Antwortmöglichkeiten (keine Mehrfachnennungen):

    • mehr Augenmerk (von Journalisten) auf Debatten,
    • Vermittlung kritischen Medienkonsums in der Schule
    • "Bewusstseinsbildung bei JournalistInnen für ausgewogene Berichterstattung"
    • "offizielles Gütesiegel für 'guten Journalismus'"
    • gemeinsame Plattform aller österreichischen Medien

    Die Arbeitsgruppe soll zudem etwa klären, ob man soziale Medien mit Print, TV und Radio "gleichsetzen" kann, ob es Echokammern ohnehin schon immer gab oder ob sie ein Phänomen sozialer Medien sind. Ob der "kritische Mediendiskurs der ÖsterreicherInnen" sehr gut, gut, befriedigend, genügend oder nicht genügend ist.

    Und sie soll sich fragen: "Stellt eine Klarnamenpflicht ein geeignetes Mittel im Kampf gegen Hasspostings dar?" Antwortmöglichkeiten:

    • ja, auf jeden Fall
    • ja, aber nur, wenn vermehrt juristisch gegen Hassposter vorgegangen wird
    • nein, da die Betreiber sozialer Medien nicht ausreichend zur Verantwortung gezogen werden
    • nein, grundsätzlich nicht

    Hier geht's zum Mit-Tippen zur Medienenquete

    Wenn Sie den Fragebogen an die Arbeitsgruppen selbst durchgehen wollen – hier entlang. In Klammern nach den Fragen finden Sie einen Hinweis auf den relevanten Arbeitskreis der Medienenquete. (red, 6.6.2018)

    • Public Value, Medienförderung, Fake-News: Medienminister Gernot Blümel (ÖVP) lädt Donnerstag und Freitag zur Enquete über Medien und Medienpolitik.
      foto: apa/robert jäger

      Public Value, Medienförderung, Fake-News: Medienminister Gernot Blümel (ÖVP) lädt Donnerstag und Freitag zur Enquete über Medien und Medienpolitik.

    Share if you care.