Geheimdienste: Facebook teilt Nutzerdaten mit chinesischen Firmen

    6. Juni 2018, 07:22
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    US-Dienste befürchten Spionage und Cyberangriffe – Datenpartnerschaften sollen noch diese Woche enden

    Facebook gewährt mehreren chinesischen Technologiekonzernen Zugang zu einem Teil seiner Nutzerdaten. Der US-Internetkonzern bestätigte am Dienstag einen entsprechenden Bericht der "New York Times".

    Huawei, OPPO, TCL und Lenovo

    Unter weltweit rund 60 Firmen, die auf vertraglicher Basis Zugang zu bestimmten Facebook-Nutzerdaten hätten, seien die chinesischen Handyhersteller Huawei, OPPO und TCL sowie der Computerhersteller Lenovo.

    Besonders beim weltweit drittgrößten Handybauer Huawei haben US-Behörden massive Sicherheitsbedenken. Der Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses habe erstmals 2012 seine Besorgnis über Huawei geäußert, erklärte der stellvertretende Ausschussvorsitzende, Senator Mark Warner. US-Geheimdienste befürchten, dass über chinesische Tech-Firmen Spionage und Cyberangriffe möglich sein könnten.

    Einige Datenpartnerschaften bereits beendet

    Facebook erklärte, mehr als die Hälfte der umstrittenen Datenpartnerschaften seien bereits beendet, die mit Huawei werde noch diese Woche folgen. Die Kooperationen hätten den Zweck gehabt, Facebook-Nutzern auf mobilen Endgeräten ihre Kontoeinstellungen zugänglich zu machen. Die "New York Times" hatte berichtet, auch Daten von Freunden der Facebook-Nutzer könnten ohne deren ausdrückliche Zustimmung zugänglich gemacht worden sei. Facebook bestritt das am Dienstag.

    foto: apa
    Mark Zuckerberg: "Das war ein Fehler, und es tut mir leid"

    Das US-Unternehmen und sein Gründer Mark Zuckerberg stehen bereits im Zentrum eines spektakulären Datenskandals: Die Analysefirma Cambridge Analytica soll die Informationen von 87 Millionen Facebook-Mitgliedern missbraucht haben, um US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf zu unterstützen. Von der unrechtmäßigen Nutzung waren auch bis zu 2,7 Millionen in der Europäischen Union betroffen.

    Insgesamt nutzen in Europa 377 Millionen Menschen monatlich das Netzwerk, also mehr als jeder zweite Einwohner. Nach zwei Anhörungen im US-Kongress hat sich Zuckerberg auch im Europäischen Parlament schuldbewusst gezeigt: Facebook habe nicht genug getan – bei Falschnachrichten, der ausländischen Einmischung in Wahlen oder dem Missbrauch von Nutzerinformationen durch Entwickler. "Das war ein Fehler und es tut mir leid", sagte er. (APA, red, 6.6. 2018)

    • Der Datenaustausch mit dem chinesischen Handyhersteller Huawei soll bald beendet werden.

      Der Datenaustausch mit dem chinesischen Handyhersteller Huawei soll bald beendet werden.

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