Wie Männer ihr Vatersein sehen

    7. Juni 2018, 11:38
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    Welche Rollenbilder, wie viel Gleichberechtigung und welche Erziehungsstile? Eine Erhebung hat nach dem Selbstbild der Väter gefragt

    Wien – Zugegeben: "Den" österreichischen Papa gibt es nicht. Eine repräsentative Umfrage hat aber nach Trends gefragt, welche Erziehungsstile Väter hierzulande favorisieren. Die Erhebung wurde anlässlich des kommenden Vatertags vom Meinungsforschungsinstituts marketagent.com und der Babyartikelmarke MAM durchgeführt.

    Ein Großteil der Väter (59 Prozent) möchte den Nachwuchs bei Entscheidungen mit einbeziehen und legt gleichzeitig Wert darauf, dass man sich gemeinsam Regeln ausmacht. Sie sprechen sich für den sogenannten demokratischen Erziehungsstil. Den autoritären, durch strenge Regeln und Verbote geprägten, Erziehungsstil vertritt rund ein Drittel (28 Prozent) der befragten Männer. Eine antiautoritäre Laissez-faire-Einstellung vertreten immerhin 13 Prozent der Väter.

    Wenig Rolemodels

    Ob die eigenen Väter den Papas von heute dabei als Vorbilder dienen? Fast die Hälfte aller Befragten gibt an selbst autoritär (48 Prozent), nur ein Drittel (32 Prozent) partnerschaftlich sowie jeder Fünfte (21 Prozent) im Laissez-faire-Erziehungsstil erzogen worden zu sein.

    Ermittelt wurden überdies die wichtigsten Werte, die Väter ihren Söhnen und Töchtern vermitteln möchten: Hoch im Kurs stehen dabei Höflichkeit (59 Prozent), Selbstbewusstsein (58 Prozent), Humor (49 Prozent), Verlässlichkeit (48 Prozent) und Disziplin (42 Prozent). Abgeschlagen finden sich Integrität und Risikofreude an den letzten Stellen des Werte-Rankings.

    Zum Vergleich: Für Mütter ist laut Umfrage Selbstbewusstsein (77 Prozent) die wichtigste Eigenschaft. Disziplin finden hingegen nur 27 Prozent der Frauen erstrebenswert. In Sachen "Mitgefühl" ist es umgekehrt: Für mehr als die Hälfte der weiblichen, aber nur 29 Prozent der männlichen Befragten zählt dieser Wert zu den wichtigsten.

    Gleichberechtigte Arbeitsteilung?

    Die Erhebung zeigt außerdem, dass das Verständnis darüber, was eine gleichberechtigte Aufgabenverteilung zwischen Müttern und Vätern bedeutet, sehr unterschiedlich sein kann. 77 Prozent der Väter sind der Auffassung, dass sie zu gleichen Teilen in die Kindererziehung eingebunden sind. Dem steht allerdings die Wahrnehmung der Frauen entgegen, die nur zu 44 Prozent von einer gleichwertigen Verteilung sprechen. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Männer geben an, gar keine Karenzzeit in Anspruch genommen zu haben. Zwei Monate beim Neugeborenen blieben 16 Prozent der Väter, bis zu sechs Monate ebenfalls 16 Prozent der Befragten. Mehr als sechs Monate in Karenz gegangen sind insgesamt nur rund 14 Prozent. (APA, 7.6.2018)

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      foto: getty images/istockphoto/safertim
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