Kickl sucht nur braune oder schwarze Pferde für die Polizei

    5. Juni 2018, 13:57
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    Die Ausschreibung für zwölf Tiere, die kastrierte Warmblüter sein müssen, läuft bis zum 15. Juni

    Wien – Das Innenministerium hat die Ausschreibung für die Pferde der geplanten Reiterstaffel gestartet. Gesucht werden zwölf Tiere, diese dürfen nicht jünger als sechs und nicht älter als zehn Jahre sein. Außerdem müssen es kastrierte Warmblüter sein. Und: Die Farbe des Fells muss entweder braun oder schwarz sein, heißt es in der Leistungsbeschreibung der Pferde.

    Es sei international so üblich, dass die Pferde der Reiterstaffeln einheitliche Farben haben, sagte Christoph Pölzl, Sprecher von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ). Die Ausschreibung wurde am Dienstag im Amtsblatt der "Wiener Zeitung" veröffentlicht. Bis 15. Juni, 13 Uhr können Angebote abgegeben werden. Zehn Tiere sollen auf jeden Fall gekauft werden, zwei weitere sind laut der Leistungsbeschreibung optional.

    Verladefromm

    Auch das Temperament der Tiere muss passen, hier gibt es zahlreiche Anforderungen. So müssen die Pferde unter anderem ausgeglichen, lernbereit, schmiede- sowie verladefromm sein. Ein Pferdepass muss ebenso vorgewiesenen werden, die Grundausbildung abgeschlossen sein.

    Für die dazugehörigen Polizisten läuft bereits die Ausschreibung, auch hier endet laut Pölzl nächsten Freitag die Bewerbungsfrist. Eine abgeschlossene Grundausbildung sowie mindestens zwei Jahre Außendiensterfahrung, ein gültiger Fitnesscheck sowie ein Reiterpass sind Voraussetzung.

    380.000 Euro vorgesehen

    Für den Startbetrieb der Reiterstaffel – inklusive Ausrüstung und Kosten der Pferde – sind 380.000 Euro vorgesehen. Der laufende Betrieb soll pro Jahr rund 110.000 ausmachen. Sollte die Reiterstaffel scheitern, sei der Wiederverkaufswert der Tiere nach der Ausbildung sehr hoch, betonte Pölzl.

    SPÖ verspricht Reitstunden "auf österreichischem Pferd"

    SPÖ-Bundesgeschäftsführer Max Lercher übte deshalb auch am Dienstag wieder Kritik an den Plänen Kickls. Er schlage dem Innenminister statt der "490.000 Euro für das sinnlose Selbstverwirklichungsprojekt" vor, auf Kosten der Sozialdemokraten "einen 10er-Block-Reitstunden" zu absolvieren. Kickl solle lieber unbesetzte Planstellen in der Polizei besetzen und für vernünftige Ausrüstung sorgen. "Wenn der Herr Innenminister darauf besteht, werde ich außerdem persönlich dafür sorgen, dass für seine Reitstunden ein österreichisches Pferd zur Verfügung gestellt wird."

    Im August soll die Ausbildung der Tiere beginnen. Der Probebetrieb wird in der Reitanlage der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt durchgeführt. Für 2019 ist eine eigene Dienststelle in Wien geplant, der Ort ist noch unklar. Zuletzt war die Maria-Theresien-Kaserne in Hietzing im Gespräch. (APA, 5.6.2018)

    • Kickl hat ein braunes Pferd bereits geritten.
      foto: apa/barbara gindl

      Kickl hat ein braunes Pferd bereits geritten.

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