Kamera zeichnet Verglühen eines Mini-Asteroiden auf

Video4. Juni 2018, 14:36
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Meteoroid 2018 LA wurde bereits Stunden vor seinem Einschlag gesichtet – Astronomen konnten Abläufe bei Entdeckung potenziell gefährlicher Objekte durchspielen

Pasadena – Kaum entdeckt und mit einer Bezeichnung versehen, schon dahin: "2018 LA" war einer der unzähligen Kleinkörper, die in unserem Sonnensystem ihre Bahnen ziehen, bis sie einem größeren Objekt zu nahe kommen – in diesem Fall der Erde. Eine Webcam in Südafrika hat am Wochenende die Momente aufgezeichnet, in denen 2018 LA einige Kilometer über Botswana in der Atmosphäre verglüht ist.

barend swanepoel

Laut NASA hatte der Brocken nur etwa zwei Meter Durchmesser – für solche Miniatur-Asteroiden wurde der Begriff Meteoroid eingeführt. Das Besondere am Fall 2018 LA ist, dass das Objekt schon Stunden vor seiner leuchtstarken Zerstörung gesichtet werden konnte. Es war insgesamt erst das dritte Mal, dass ein Asteroid auf Kollisionskurs mit der Erde vorab entdeckt werden konnte, wie Paul Chodas vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA mitteilte.

Die ursprüngliche Sichtung gelang am 2. Juni dem Catalina Sky Survey, einem in Arizona angesiedelten Projekt, das den Himmel nach erdnahen Objekten absucht. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der mit 17 Kilometern pro Sekunde dahinrasende Meteoroid noch etwa so weit von uns entfernt wie der Mond. In raschem Austausch mit Kollegen vom Minor Planet Center sowie dem JPL konnten die Forscher bestimmen, dass 2018 LA binnen Stunden auf der Erde einschlagen würde – und dass dies aller Wahrscheinlichkeit nach über dem südlichen Afrika erfolgen würde.

Dieser Datenaustausch ist Teil des Protokolls, das bei Entdeckung eines potenziell gefährlichen Objekts in Kraft tritt – für die Forscher bot 2018 LA daher eine Trainingsmöglichkeit, alle Abläufe durchzuspielen. Da der Brocken aufgrund seiner geringen Größe rasch als harmlos eingestuft werden konnte, gab die NASA aber keine Einschlagwarnung aus. (red, 4. 6. 2018)

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