Erdoğan attackiert "unmoralischen Kanzler" Kurz

    3. Juni 2018, 16:15
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    Kurz "hat Probleme mit uns", sagte der türkische Präsident bei einer Wahlkampfveranstaltung

    Wien – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) kürzlich in einer Rede beschimpft und über Österreich gespottet. "Er ist erst 30 und als Außenminister war er 28. Jetzt spielt er sich auf und zieht eine Show ab. Dieser unmoralische Kanzler hat Probleme mit uns", sagte Erdoğan laut Berichten von "Kurier" und "OE24" vom Wochenende.

    Der Österreich-Ableger der Erdoğan-Partei AKP verbreitete das Video der Rede auf Facebook. Dabei verwies der türkische Präsident auf die mehr als 200.000 Türken, die in Österreich leben. Kurz würde "durchdrehen", weil die Türkei stärker werde. "Wir sind G-20-Mitglied und die räumen nur hinter uns auf. Sie haben es nicht dort hineingeschafft", spottete Erdoğan den Angaben zufolge über Österreich.

    Der türkische Präsident konterkariert damit die jüngsten Aussagen seines Außenministers Mevlüt Çavuşoğlu, der in einem Interview mit der Deutschen Welle seinen Willen bekräftigte, an einer Entspannung mit Österreich festzuhalten.

    Ein Sprecher von Bundeskanzler Kurz reagierte auf die Erdoğans Aussagen gelassen: "Solange der Herr Präsident den Wahlkampf in der Türkei und nicht in Österreich macht, ist das kein richtiges Problem." Entgegen der Behauptung Erdoğans ist Kurz übrigens 31 Jahre alt.

    Kritik aus der FPÖ

    Empört regierte dagegen der geschäftsführende FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus auf die Erdogan-Rede. "Dass sich der Wiener Ableger der AKP öffentlich der Kritik des türkischen Präsidenten Erdogan gegen Österreich anschließt, ist ein Skandal und zeigt wieder einmal deren fehlenden Integrationswillen", so Gudenus in einer Aussendung am Sonntag.

    "Dass dieses Video, das bei einer näheren Betrachtung wie eine Drohung anmuten könnte, innerhalb der türkischen Gemeinschaft in unserem Land auch noch Anklang findet, zeichnet ein katastrophales Bild", warnte der FPÖ-Politiker. Offenbar habe Erdoğan in Wien noch immer zahlreiche Anhänger. "Dass diese sich mehr mit ihm zu identifizieren scheinen als mit Österreich, ist ein eindeutiges Signal für die Nichtintegrierbarkeit dieser Gruppe", meinte Gudenus. (APA, red, 3.6.2018)

    • Erdoğan verteilt im Wahlkampf nicht nur Blumen.
      foto: apa/afp/adem altan

      Erdoğan verteilt im Wahlkampf nicht nur Blumen.

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