Google zieht sich aus Projekt mit US-Militär zurück

    7. Juni 2018, 23:24
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    Beim "Project Maven" sollen Menschen in Drohnenvideos durch intelligente Algorithmen für das Pentagon erkannt und unterschieden werden

    Mountain View – Nach einem heftigen internen Streit hat Google Prinzipien für die Verwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) vorgestellt und dabei den Einsatz bei Waffensystemen abgeschworen. Google-Chef Sundar Pichai erklärte, bei "Waffen oder andere Technologien, deren Hauptzweck oder Verwendung das Zufügen oder Begünstigen von Verletzungen beim Menschen" dürfe keine KI-Technologie verwendet werden.

    Allerdings werde man weiter mit Regierungen und auch dem Militär in anderen Gebieten zusammenarbeiten, so Pichai in seinem Blogbeitrag am Donnerstag

    Mit Drohnen Menschen erkennen

    Google werde den Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium für das sogenannte "Project Maven" demnach nicht verlängern. Der Vertrag im Wert von weniger als zehn Millionen Dollar (8,57 Mio. Euro) läuft den Berichten zufolge im kommenden Jahr aus. Bei dem Projekt kommen laut US-Medien intelligente Algorithmen bei der Erkennung und Unterscheidung von Menschen in Drohnenvideos für das Pentagon zum Einsatz.

    Tausende Angestellte dagegen

    Zahlreiche Mitarbeiter von Google hatten den US-Technologiekonzern in einer seit Februar intern verbreiteten Petition aufgerufen, sich vom "Geschäft mit dem Krieg" fernzuhalten. Google müsse klar erklären, dass weder der Internetriese noch seine Subunternehmen "jemals Kriegstechnologie herstellen". Bis Mitte Mai unterzeichneten Berichten zufolge rund 4000 Angestellte die Petition.

    Kündigungen

    Laut "Gizmodo" hatten mehrere Entwickler aus ethischen Gründen ihre Kündigung eingereicht. Unterstützung für die Petition kam auch von der US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) und dem International Committee for Robot Arms Control (ICRAC), das sich dafür einsetzt, die militärische Nutzung von Robotern zu begrenzen. (APA, Reuters, 2.6.2018)

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      foto: reuters/charles platiau
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