Kruzifixerlass in Bayern: Ausgrenzung

Kommentar31. Mai 2018, 17:28
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Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat einen Kreuzzug angetreten, um zu spalten und auszugrenzen

So ändern sich die Zeiten. Als 1995 das deutsche Verfassungsgericht Kreuze in bayerischen Volksschulen für unzulässig erklärte, sahen viele den Freistaat in Gefahr. Heute werden Kreuze dort nicht ab-, sondern aufgehängt, und erneut ist Feuer, nicht nur am Kirchendach.

Grund zur Sorge allerdings besteht in diesen Tagen sehr viel stärker als damals. Denn der neue bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der im Herbst die Absolute seiner Partei verteidigen muss, hat diesen Kreuzzug angetreten, um zu spalten und auszugrenzen.

Er sieht das Kreuz nicht als Zeichen einer Religion, sondern vereinnahmt es als "Ausdruck der geschichtlichen und kulturellen Prägung" Bayerns. Von der Neutralität des Staates ist keine Rede, vielmehr wird das Kruzifix in den Korb dessen geworfen, was die CSU gemeinhin als typisch bayerisch ansieht: Weißbier, Lederhose, Trachtenhut und jetzt eben auch das Kruzifix.

Was hängenbleiben soll, ist völlig klar: Wir mit dem Kreuz sind die Guten, die Heimattreuen, die auf Tradition achten. Und wir beschützen euch vor dem Islam, den wir ohnehin nicht als zu Deutschland gehörig erachten.

Es geht dabei nicht um Versöhnung, Akzeptanz und Toleranz zwischen den Religionen, sondern schlicht um Ausgrenzung nach dem Lehrbuch der AfD. Vielleicht vergibt der liebe Gott ja Markus Söder. Die Wählerinnen und Wähler in Bayern sollten darüber noch einmal nachdenken. (Birgit Baumann, 31.5.2018)

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