Sexuelle Belästigung: Wieso es vielen Frauen reicht

Kommentar31. Mai 2018, 14:54
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Obszöne Machtdemonstrationen sollen Frauen vermitteln, wer das Sagen hat

Sexuelle Erniedrigungen verbaler Art, niemals zu verwechseln mit respektwahrenden Avancen, kennt ab einem bestimmten Alter nahezu jede Frau. Meist sollen ihr die obszönen, beschämenden Machtdemonstrationen vermitteln, wer hier immer noch das Sagen hat. Männer mit misogynen Einstellungen, die sich solcher Methoden bedienen, sind zwar nicht die Mehrheit, aber doch in ansehnlicher Anzahl nach wie vor in allen Gesellschaftsschichten, in allen Gehaltsklassen, in allen weltanschaulichen Lagern anzutreffen. Bis eine Frau das Pensionsalter erreicht hat, kann da also einiges zusammenkommen.

Beweislast bei der Frau

Besonders perfide: Wer hierzulande im Speziellen vulgäre SMS, Mails, Postings, Messenger-Nachrichten erhält und das abstellen will, müsste als Privatklägerin vor Gericht ziehen und erst einmal den Wahrheitsbeweis antreten, dass hier sexuelle Belästigung und/oder ein damit verbundenes Bedrohungsgefühl vorliegen. Dazu liegt die Beweislast allein bei der Frau: Sie muss auch belegen, dass ihr der geklagte Mann die inkriminierten Botschaften geschickt hat – und nicht irgendwer sonst, wie dann mitunter gern behauptet wird.

In dieser misslichen Lage hat die grüne Ex-Mandatarin Sigi Maurer einen ihrer Peiniger über die virtuellen Netzwerke geoutet. Damit hat sie sich gewehrt, statt stillzuhalten. Dazu gehört einiges an Courage und auch Standfestigkeit – denn neben einigen Flowerrains setzte es gleich den nächsten Shitstorm mit anzüglichen Botschaften. (Nina Weißensteiner, 31.5.2018)

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