Van der Bellen: "Arbeit des DÖW unbestritten"

30. Mai 2018, 15:04
264 Postings

Der Bundespräsident besuchte das DÖW und empfiehlt jedem Politiker "historisches Basiswissen"

Wien – Hoher Besuch für das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes: Bundespräsident Alexander Van der Bellen ließ sich am Mittwoch durch Archiv, Bibliothek und Dauerausstellung führen und fand lobende Worte für die Tätigkeiten der Historiker. "Die Arbeit des DÖW ist unbestritten", sagte Van der Bellen: Nicht nur im historischen Bereich, sondern auch in Bezug auf aktuelle rechtsextremistische und antisemitische Strömungen leisteten die Mitarbeiter wichtige Arbeit.

Es war sein erster Besuch als Staatsoberhaupt, Van der Bellen betonte aber, das DÖW schon von früheren Besuchen gut zu kennen. Noch besser kennt es seine Frau Doris Schmidauer, die 1989 für das DÖW ein halbes Jahr lang Interviews von Widerstandskämpfern ausgewertet hatte.

"Jeder Politiker soll historisches Basiswissen verfügen"

Als wissenschaftliche Institution könne man das DÖW nicht ernst genug nehmen, sagte Van der Bellen, der mit seinem Besuch auch ein Zeichen setzen wollte. Was er zu immer wieder aufkommender Kritik an der Arbeit des DÖW, insbesondere an der Dokumentation rechtsextremer Vorfälle, sagt? "Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich jemand traut, das DÖW in seiner Existenz anzuzweifeln."

Natürlich könne man seinen Besuch auch als Signal an Personen verstehen, die am rechten Rand anstreifen; er lege aber allen Menschen einen Besuch der Ausstellung ans Herz, jungen Politikern jedoch ganz besonders: "Jeder Politiker soll über ein historisches Basiswissen verfügen", erklärte der Bundespräsident.

Er erinnerte an die Ankündigung von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, das DÖW in die Arbeit der blauen Historikerkommission zur Aufarbeitung der Parteigeschichte einzubinden: "Wir werden sehen, wie das funktioniert, ob es funktioniert, aber ich habe die Ankündigung als positiv zur Kenntnis genommen."

Interessiert zeigte sich Van der Bellen auch an der Dauerausstellung. Sie soll im kommenden Jahr neu aufgesetzt und technisch auf den neuesten Stand gebracht werden, stammt sie doch aus dem Jahr 2005. "Wir wollen die Inhalte besser in Szene setzen", sagte Bibliothekar Stephan Roth. Positive Signale zur Finanzierung durch den Nationalfonds habe man bereits von Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) erhalten, erklärte der wissenschaftliche Leiter Gerhard Baumgartner. (mte, 30.5.2018)

  • Für Bundespräsident Alexander Van der Bellen ist es unvorstellbar, dass sich jemand traut, die Existenz des DÖW anzuzweifeln.
    foto: peter lechner

    Für Bundespräsident Alexander Van der Bellen ist es unvorstellbar, dass sich jemand traut, die Existenz des DÖW anzuzweifeln.

Share if you care.