In Wien gibt es das gesündeste Kindergarten- und Schulessen

    28. Mai 2018, 07:52
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    Tirol und das Burgenland sind Schlusslichter im Greenpeace-Ranking. Die Verpflegung sollte möglichst bio, regional und wenig fleischlastig sein

    Wien – In Sachen gesundes und umweltfreundliches Essen in Kindergärten und Schulen belegt Wien den ersten Rang, mit großem Abstand gefolgt von Oberösterreich. Das ergab ein Test der Umweltschutzorganisation Greenpeace, die sich die Qualität der Verpflegung der Kinder im Bundesländervergleich angesehen hat.

    Bio, regional, weniger fleischlastig – diese Faktoren verhalfen der Hauptstadt zu ihrer Führungsposition. Denn lediglich Wien habe in diesen drei untersuchten Kategorien – biologische Lebensmittel, regionale Lebensmittel und weniger, dafür besseres Fleisch – bereits wesentliche Schritte unternommen, hieß es am Montag.

    Nach dem zweitplatzierten Oberösterreich folgen punktegleich Kärnten und Niederösterreich, dahinter ex aequo Salzburg und Vorarlberg sowie auf Platz sieben die Steiermark. Den letzten Platz teilen sich Tirol und das Burgenland.

    40 Prozent Bioanteil in Wien

    Wien komme in den öffentlichen Pflichtschulen bereits auf 40 Prozent Bio-Anteil, in den Kindergärten sind es im Schnitt sogar 50 Prozent. Regionales Essen sowie mehr Alternativen zu Fleischmahlzeiten würden in Wien forciert. Im zweitgereihten Oberösterreich bieten Landesschulen bereits viel biologisches und regionales Essen an.

    "Was Kinder untertags in den öffentlichen Einrichtungen zu essen bekommen, ist ein wichtiges Thema für viele Eltern. Ob Grießkoch, Hühner-Sticks oder Gemüselasagne: Es muss nicht nur schmecken, die Ernährung ist auch entscheidend für die Gesundheit der Kinder und ihre weitere Entwicklung", betonte Greenpeace-Sprecher Sebastian Theissing-Matei. Die industrielle Produktion von Lebensmitteln, mit hohem Einsatz von Pestiziden und Antibiotika, schade auch der Umwelt massiv.

    Forderung nach verbindlichen Vorgaben

    Die NGO fordert nun von Österreichs Landeshauptleuten verbindliche Vorgaben für gesundes und umweltfreundliches Mittagessen in Schulen und Kindergärten. Denn hierzulande würden die Landesregierungen entscheidenden Einfluss darauf nehmen, was in den Schulen und Kindergärten des Landes oder der Gemeinden serviert wird.

    Handlungsbedarf sei jedenfalls gegeben: Fast jedes dritte Kind, das in Österreich die dritte Klasse Volksschule besucht, ist laut einer WHO-Studie übergewichtig. "Grund dafür ist neben zu wenig körperlicher Bewegung meist eine ungesunde Ernährung, vor allem zu viel Fleisch und Zucker, dafür zu wenig Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte", so Theissing-Matei. "Mittelfristig sollte mindestens die Hälfte der Lebensmittel aus biologischer Produktion stammen und ebenso mindestens die Hälfte der Lebensmittel regional bezogen werden." Fleisch sollte nur an zwei der fünf Tage auf dem Speiseplan stehen. (APA, 28.5.2018)

    • Fast jedes dritte Kind in der dritten Volksschulklasse in Österreich ist laut WHO übergewichtig. Essen in der Schule ist daher ein wichtiger Faktor.
      foto: apa/gourmet

      Fast jedes dritte Kind in der dritten Volksschulklasse in Österreich ist laut WHO übergewichtig. Essen in der Schule ist daher ein wichtiger Faktor.

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