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    Huawei MediaPad M5 – die einzige echte Alternative zum iPad

    Userartikel28. Mai 2018, 11:10

    Das dünne Android Tablet mit aktueller Hardware und stylischem Design sagt Apple den Kampf um den Tabletmarkt an.

    Wir schreiben das Jahr 2018. Der gesamte moderne Tabletmarkt ist fest in Apples Hand. Der ganze? Nein, denn ein chinesischer Hersteller leistet erbitterten Widerstand!

    Schon bei der Verpackung wird auf die Wertigkeit geachtet. Im Karton gibt es neben dem Tablet ein USB-C Ladekabel, einen USB-C zu 3,5mm Klinke Adapter, die üblichen Hinweiszettel, die Schnellstartanleitung und natürlich das Tablet. Die Schachtel ist minimal größer als das Tablet, und wenn man den Deckel abnimmt sieht man nur das Display – und den Home-Button.

    Tablets altern besser als Smartphones, hauptsächlich deshalb, weil der Verwendungszweck eingeschränkter und sie eine Ergänzung zum Smartphone oder Notebook sind. Das Tablet kommt dann zum Einsatz, wenn das Smartphone zu klein und das Notebook zu unbequem ist, z.B. beim Internet surfen. Am Weg zur oder von der Arbeit lässt sich schnell die neueste Folge der Big Bang Theory anschauen oder ein paar Seiten im E-Book lesen. Zusammen mit einer kleinen Bluetooth Tastatur oder einem Stylus lassen sich Schreib- und Notizblöcke ersetzen und schnell Ordnung ins Zettelchaos bringen. Abends beim Lego bauen mit den Kindern zeigt das Tablet die Bauanleitung, oder es wird Disco gemacht und Songs aus YouTube und Spotify abgespielt. Damit lässt sich auch das Haupteinsatzgebiet des MediaPad M5 gut umreißen.

    robert rauscher
    Im Video erklärt Robert die wichtigsten Features des Tablets.

    Drei Mal MediaPad, für jeden etwas dabei

    Vom MediaPad M5 gibt es drei Varianten: 8,4", 10,8" und 10,8" Pro. Alle Varianten sind als Wifi-only und Wifi+LTE und in verschiedenen Speicherausführungen verfügbar. Die einzelnen Versionen haben dieselben Spezifikationen, lediglich beim Prozessor hat das 10,8" (non-Pro) einen um 200 Mhz niedrigeren Takt, und die 8,4" Version hat aufgrund der geringeren Größe einen kleineren Akku, dafür aber einen Vorteil in der Pixeldichte (359 ppi statt 280 ppi), da die Displayauflösung bei geringerer Größe gleich hoch wie bei den 10,8" Tablets ist. Zusätzlich haben die 10,8" Tablets doppelt so viele Lautsprecher wie die 8,4" Version.

    Die Pro Version unterstützt zudem die Eingabe über den Huawei Stylus M-Pen 2 (Mate Pen 2). Da es technisch keinen Unterschied zwischen der Pro und der Non-Pro Version gibt, wird hier wohl eine Softwareschranke eingebaut sein, die die Verwendung verhindert. Das ist sehr schade, da sich das Tablet toll als Notizblock eignet. Wer also unbedingt eine Stifteingabe benötigt, sollte sich die Pro Version oder kapazitive Eingabestifte ansehen.

    Der Preis des MediaPad M5 ist abhängig von Display-, Speichergröße und Ausstattung, und beginnt laut Geizhals aktuell (18.05.2018) bei 310 Euro für die 8,4" Version mit 32 GB Speicher und Wifi-Only. Das Top Modell (10,8" Display, 128 GB, Wifi+LTE) der Pro Version ist derzeit noch nicht in Österreich erhältlich und bepreist. Die von mir getestete Version (10,8" Display, 64 GB, Wifi-only, Non-Pro) gibt es bereits ab 390 Euro.

    Schau mir auf die Pixel, Baby

    Der erste Wow-Effekt stellt sich gleich mal ein, wenn man sieht, wie dünn das Tablet ist. Es hat etwa die Dicke eines iPhone 6(s), also nicht wirklich dick. Verglichen mit anderen Android Tablets hebt sich das MediaPad M5 hier klar von der Konkurrenz ab. Mit knapp einem halben Kilo ist es auch sehr leicht für seine Größe. Durch die geringe Dicke lässt es sich auch ohne Hülle angenehm halten, mit Hülle ist es aber griffiger, da die glatte Aluminium Rückseite vor allem bei verschwitzten Händen schon mal rutschig wird.

    foto: robert rauscher
    Der erste Wow-Effekt stellt sich gleich mal ein, wenn man sieht, wie dünn das Tablet ist.

    Das Display wird als 2,5D dank ClairVU 5.0 Enhanced Display beworben. Da ist sehr viel Marketing in der Bezeichnung. Es handelt sich dabei um ein IPS Display mit einer Auflösung von 2560x1600 Pixel bei 10,8", das dank Softwareanpassungen (ClairVU 5.0) ein noch besseres Bild zaubert. Konnte man bei 10,1" Tablets und Full-HD Auflösung noch einzelne Pixel ausmachen, so ist das beim MediaPad M5 unmöglich, selbst wenn man sich das Display buchstäblich an die Nase hält. Der Rahmen rund um das Display ist etwa 2cm breit. Die Screen to Body Ratio liegt bei guten 76 Prozent. Das Glas ist an den Ecken abgerundet und sieht sehr ansprechend aus. Beim Glas handelt es sich nach offiziellen Aussagen um ein Aluminosilikatglas. Es wird nicht dezidiert der Markenname Gorillaglas verwendet, was ebenfalls ein Aluminosilikatglas ist, daher wird es wohl von einem anderen Anbieter als Corning kommen.

    Draußen spiegelt das große Display je nach Sonneneinstrahlung mal mehr, mal weniger, unterscheidet sich aber nicht großartig von anderen Tablets. Bei starker Sonneneinstrahlung bleiben E-Book Reader mit E-Ink Display aber die Meister der Lesbarkeit. Nichtsdestotrotz werden E-Books vom MediaPad M5 pixelfrei dargestellt. Bin ich also zur Entscheidung gezwungen (z.B. auf Reise nur mit dem Rucksack oder Handgepäck) mich für ein Gerät zu entscheiden, ist das MediaPad, dank seiner All-Rounder Qualitäten, die klar bessere Wahl.

    foto: robert rauscher
    Konnte man bei 10,1" Tablets und Full-HD Auflösung noch einzelne Pixel ausmachen, so ist das beim MediaPad M5 unmöglich, selbst wenn man sich das Display buchstäblich an die Nase hält.

    Daumen drauf und schon geht es auf

    Der Fingerabdrucksensor ist im Home-Button am rechten Band (im Querformat) integriert. Der Home-Button ist kein physischer Knopf, arbeitet aber trotzdem extrem schnell. Im Vergleich mit dem Fingerabdrucksensor meines iPhone 6 oder meines Dell Inspiron arbeitet der Sensor im MediaPad viel zuverlässiger.

    Im Gegensatz zu meinem Smartphone habe ich mein Tablet bisher nicht versperrt. Der Grund dafür ist Bequemlichkeit. Ich wollte nicht mit dem Finger über den großen Bildschirm fahren um mein Entsperrzeichen einzutragen. Ich bin mir dessen bewusst, dass dadurch jemand auf mein Tablet bzw. auf die Daten, die darauf abgelegt sind, zugreifen kann, weswegen ich auch keine sensiblen Daten auf dem Tablet abgelegt habe. Durch den hervorragenden Fingerabdruckscanner hat sich meine Haltung beim MediaPad aber geändert. Der Scanner funktioniert sehr präzise und erkennt Finger, egal in welcher Richtung sie aufgelegt werden. Man kann bis zu 5 Finger einspeichern, was sehr nützlich ist, wenn es mehr als einen User gibt.

    Location, Location, Location

    Die Positionierung der Tasten auf der rechten Seite (im Querformat) ist aber zunächst gewöhnungsbedürftig. Mir ist es während der Nutzung öfters passiert, dass ich ungewollt auf den Home Bildschirm gewechselt habe, weil ich das Tablet mit meiner rechten Hand hochgehoben und dabei den sehr schnell reagierenden Home-Button getroffen habe. Diese Funktion kann deaktiviert werden, sodass der Fingerabdrucksensor nur zum Entsperren genutzt wird. Ich finde den Home-Button aber praktisch wie er ist, und deshalb passe ich mich dem Tablet an.

    Ebenso habe ich das Tablet statt es leiser zu drehen in den Ruhemodus gestellt, weil der Power-Button unterhalb der Lautstärke-Tasten angesiedelt ist, anders als bei meinem bisherigen Tablet. Dreht man das MediaPad ins Hochformat, sind die Lautstärketasten und der Powerknopf auf der Unterseite. Spätestens hier hätte den Designern von Huawei auffallen sollen, dass die andere Seite für die Tastenpositionierung die bessere Wahl gewesen wäre.

    Eine Status LED ist neben der Front-Kamera verbaut und gibt wie gewohnt Auskunft über Akkustand und Nachrichteneingänge. Wasser- oder staubdicht ist das M5 allerdings nicht.

    Was ebenfalls fehlt ist der Kopfhöreranschluss vom Typ Klinke 3,5mm. Am MediaPad M5 ist nur ein USB-C Anschluss verbaut. Um handelsübliche kabelgebundene Kopfhörer anschließen zu können, wird ein USB-C Adapter gebraucht, der sich im Lieferumfang befindet.

    foto: robert rauscher
    Am MediaPad M5 ist nur ein USB-C Anschluss verbaut.

    Warum hat Huawei das gemacht?

    Die einzige Erklärung, die mir einfällt, ist, dass der Klinken-Anschluss zu viel Platz braucht. Der USB-C Anschluss ist etwas kleiner und am Rand ist das MediaPad sehr dünn. Man soll sich ja neuen Technologien nicht verschließen, dennoch denke ich, dass bei einem Tablet das auf den Medienkonsum ausgelegt ist, ein Klinken-Anschluss immer noch eine gute Wahl wäre.

    Der USB-C Anschluss ist die neueste Entwicklung der USB-Technologie und hat den großen Vorteil, dass er neben höheren Übertragungsgeschwindigkeiten auch verdrehungssicher ist, wie z.B. Apples Lightning Anschluss. Zu Beginn habe ich noch geschaut, ob das Kabel richtig gedreht ist, aber nach ein paar Mal geht es ohne hinschauen.

    Den Anschluss findet man im Querformat an der rechten unteren Seite des MediaPads. Wenn das Tablet geladen oder der Kopfhöreradapter angeschlossen wird, ist es unbequem in der Hand zu halten. Man kann es natürlich auf den Kopf drehen, aber auch das löst das Problem nicht wirklich. Durch den starken Akku lassen sich zwar Ladezyklen gut timen, aber das funktioniert nicht immer.

    Ich bin mit dem USB-C Anschluss noch nicht so vertraut, daher weiß ich nicht wie robust der Anschluss im Vergleich zum Micro-USB ist. Denn durch die Positionierung kann es zu ungewollten Druckeinwirkungen auf den Port kommen, wenn das Tablet geladen wird, oder beim Musikhören mit einem kabelgebundenen Headset. Verstärkt wird das Problem, da ich, um dem Kabel auszuweichen, meine Hand höher postiere, was dazu führt, dass der Home-Button wieder im unbeabsichtigten Druckbereich liegt.

    Eine mittige Positionierung gefällt mir hier besser, da der USB-C Anschluss die einzige Lademöglichkeit für das Tablet ist und man keinesfalls stressbedingte Beschädigungen riskieren will.

    Das Tablet ist in erster Linie auf das Querformat ausgelegt. Es kann natürlich ohne Einschränkungen im Hochformat verwendet werden, sieht man sich die Positionierung der Tasten, die Aufdrucke bzw. das Logo an der Vorderseite an ist aber klar, das MediaPad ist, wie der Name schon andeutet, in erster Linie für die Video- und Musikwiedergabe ausgelegt. Auch die Lautsprecheranordnung wurde für die Verwendung im Querformat konzipiert.

    MediaPad, Nomen est Omen

    Die klare Stärke des MediaPads (daher auch der Name) liegt in der Wiedergabe von Videos und Musik. Das Display liefert realistische, kräftige Farben. Im Vergleich zu meinem bisherigen Tablet finde ich die Farben wärmer und natürlicher. Trotz IPS Display sieht das Schwarz sehr satt aus. HD und 4K Videos auf YouTube oder von Streamingportalen werden ohne Ruckler abgespielt.

    Die Blinkwinkel sind von allen Seiten sehr stabil und es kommt zu keinen Verfärbungen. Das ist sehr hilfreich, wenn sich mehrere Teilnehmer um das Tablet scharren. Zum Beispiel kann man das Tablet mit einer entsprechenden Halterung gut an einem der Vordersitze im Auto anbringen, so dass die gesamte Rückbank in den Entertainment-Genuss kommt. Bei langen Autofahrten mit mehreren Kindern kann diese Maßnahme zu weit weniger Anspannung und Stress beim Fahrer führen.

    Huawei hat in diesem Tablet vier harman/kardon-Boxen eingebaut, die aufgrund ihrer Anordnung vor allem im Querformat ihre volle Leistung entfalten, was ich bisher bei noch keinem Tablet gesehen habe. Die Surround Demos am Tablet zeigen, dass sich damit ein ziemlich gutes Raumklanggefühl erzeugen lässt. Ich bin jetzt nicht der Soundexperte, aber wenn man die Lautstärke voll aufdreht, macht es schon richtig Lärm – im positiven Sinn ohne Rauschen, Verzerren oder Krächzen der Boxen. Damit kann man auch ohne externe Boxen einen 30m² Raum, einen U-Bahn Waggon oder ein Baumhaus beschallen.

    foto: robert rauscher
    Huawei hat in diesem Tablet vier harman/kardon-Boxen eingebaut, die aufgrund ihrer Anordnung vor allem im Querformat ihre volle Leistung entfalten.

    Hier ein kleiner Tipp, wenn ihr, so wie ich, eine Schutzhülle für euer Tablet verwendet: Achtet darauf, dass in der Hülle nicht nur oben Öffnungen für die Lautsprecher sind, sondern auch unten. Huawei selbst hat bereits Bilder von einem Keyboard-Cover gezeigt, eine Kaufoption habe ich bis dato aber noch nicht gefunden.

    Verwendet man lieber Kopfhörer, so hat Huawei einen Equalizer namens Histen installiert, der HD-Sound auch über Kopfhörer (Kabel oder Bluetooth) verspricht. Für den besten Musikgenuss über Bluetooth wird der aptX Codec unterstützt. Wie sich das anhört, kann ich aber nicht sagen, da ich kein aptX fähiges Headset habe. Über mein SBH20 von Sony klingt der Sound genauso, wie von meinem iPhone.

    Das MediaPad kann gleichzeitig mit mehreren unterschiedliche Bluetooth Geräten genutzt werden z.B.: mit einem Bluetooth Headset und einer Bluetooth Tastatur. Auch die Koppelung von zwei Bluetooth Headsets ist möglich, allerdings wird der Ton nur auf einem Headset ausgegeben. Wird dieses Headset abgeschaltet, so wird der Ton ohne Unterbrechung auf dem anderen Headset ausgegeben.

    Und es läuft, und läuft, und läuft

    Fernab von jeder Steckdose ist man froh, dass im MediaPad ein 7.500mAh Akku (fest)verbaut ist, der eine lange Laufzeit liefert. Zur Ladung wird das USB-C Kabel mit dem Huawei Quick Charge Netzteil (im Lieferumfang enthalten) verbunden und an die Steckdose angesteckt. Das Tablet erreichte mich bereits vollständig geladen. Ich hatte es vier Tage im Einsatz, bevor der Akku nach der Steckdose gerufen hat. Dabei war das MediaPad täglich etwa drei bis vier Stunden im Einsatz, vor allem beim Internet surfen, Videostreaming und etwas Musik hören. Bei 2 Prozent Restladung fährt das Tablet runter. Angehängt am beigelegten Quick Charge Netzteil lädt das Tablet in 30 Minuten etwa 25 Prozent der Kapazität wieder auf. Für 100 Prozent Ladung braucht es also etwas über zwei Stunden. Das ist schon toll. Zum Vergleich: Mein bisheriges 8" Tablet braucht für eine vollständige Aufladung des etwa halb so großen Akkus doppelt so lange.

    Die Entladegeschwindigkeit ist natürlich von den Verbrauchern und den Einstellungen abhängig. Für mich sind zwei Sachen wichtig: kaum Selbstentladung und stabile Entladekurve. Daher habe ich mich aufs Laufband gestellt und meinen 90 Minuten Lauf absolviert. Ich empfinde am Laufband laufen nicht wirklich spannend, aber es gibt einem die Möglichkeit, Filme oder Serien zu schauen oder ein Hörbuch zu genießen.

    Getestet wurde 90 Minuten bei automatischer Display Beleuchtung, aktiviertem W-Lan und Bluetooth – Spiderman: Homecoming in HD gestreamt über Amazon Prime. Start war bei Akkuladung 54 Prozent. Zwischenstand nach 60 Minuten: 44 Prozent und am Ende lag der Akkustand bei 39 Prozent. Das ist schon ein toller Wert. Wenn ich das hochrechne, komme ich auf eine Akkuleistung von knapp 10 Stunden. Das Marketing von Huawei verspricht etwa 11 Stunden Video Playback. Das kommt hin. Um das mal greifbar zu machen: Ich kann eine Staffel Game of Thrones schauen, ohne das Tablet aufladen zu müssen.

    Notebook-Hersteller hassen diesen Trick...

    Auf der Rückseite finden wir unten zwischen den Lautsprechern drei goldene Kontakte, sogenannte Pogo-Pins. Die sind zur Herstellung der Verbindung mit dem optional erhältlichen Keyboard Cover gedacht. Ist dies geschehen, schaltet das Tablet automatisch in den Desktop Modus und fühlt sich wie ein richtiges Notebook an.

    foto: robert rauscher
    Im Desktop Modus fühlt sich das Tablet wie ein richtiges Notebook an.

    Nach meinen Recherchen wurde dieser Modus mit dem P10 eingeführt und seither stetig verbessert. Über einen Tastendruck im Schnellstartmenü wird der Desktop Modus gestartet. Dieser Modus dreht das Bild ins Querformat und reorganisiert den Bildschirm, so wie wir ihn von einem Windows-Desktop kennen. Links unten, wo bei Windows der Startknopf ist, befindet sich ein Menübutton, über den man Apps, Einstellungen, Geräte, usw. aufrufen kann. Rechts unten befindet sich die Uhrzeit und die Schnellstartleiste. Hier kann auch der Desktop Modus wieder abgeschaltet werden, was mich ein paar Minuten Suchen gekostet hat.

    Der Desktop Modus bietet die Möglichkeit, mehrere Anwendungen gleichzeitig laufen zu lassen, z.B. ein YouTube-Video und das E-Mail-Programm. Die Fenster können verkleinert, in der Taskleiste abgelegt oder geschlossen werden. Zusätzlich werden in diesem Modus Tastatur- und Maus-Eingaben akzeptiert. Das werden sie im Tablet Modus auch, aber hier wurde die Eingabe optimiert. Es wird ein Office Paket von WPS mitgeliefert, bei einem bestehenden Microsoft Office 365 Abo können aber im Google-Play Store Word, Excel und PowerPoint downgeloaded und genutzt werden.

    Nachdem ich eine Logitech K480 Bluetooth Tastatur mit dem Tablet verbunden habe, fühlt sich das MediaPad tatsächlich wie ein Notebook an. Es funktioniert aber noch nicht alles perfekt. Das System schickt öfters eine Info, dass die App im Desktop Modus möglicherweise nur eingeschränkt nutzbar ist. Google Apps lassen sich z.B. nur im Vollbild oder in der Leiste darstellen. Andere wie z.B. Firefox lassen auch eine verkleinerte Darstellung zu. Beispielweise habe ich den MX-Player und den Firefox-Browser gleichzeitig laufen lassen. Das ging weitestgehend problemlos, lediglich der Browser zickte ab und an mit dem Seitenaufbau. Es gibt also jede Menge Potenzial in diesem Modus, ein paar Kleinigkeiten gehören noch ausgebessert, aber das Gesamtbild stimmt.

    Daher klingt es auch etwas unglaublich, dass das Tablet-Bild zwar kabellos über Mirrorshare auf Smart-TVs oder andere dafür geeignete Geräte gespiegelt werden kann, MHL (Mobil High Definition Link) aber nicht unterstützt wird. MHL ermöglicht es mit einem entsprechenden Kabel oder Adapter das Bild des Tablets über HDMI an einem Fernseher oder Projektor auszugeben. In Ermangelung der entsprechenden Adapter konnte ich das aber nicht testen, auch ein Kundensupport kann sich mal irren.

    USB on-the-go funktioniert dafür. Das heißt, dass zwei damit ausgerüstete Geräte ohne ein Zwischengerät miteinander verbunden und genutzt werden können. Ein Beispiel sind USB-Speichersticks, die direkt an ein Tablet, eine Musikanlage oder einen TV angesteckt werden können, ohne einen Computer dazwischen zu brauchen.

    Wenn 32 GB nicht reichen

    Statt mit USB-Sticks kann man den Speicher auch mit einer Micro-SD Karte bis max. 256 GB erweitern. Dabei ist allerdings zu sagen, dass offiziell keine Apps auf der Micro-SD Karte abgelegt werden können. Laut Kundensupport liegt das an zu geringen Lesegeschwindigkeiten, die zu Problemen führen können. Die MicroSD Karte wird als externer Speicher erkannt und kann zur Ablage von Videos, Musik und Fotos verwendet werden. Den Slot findet man unterhalb des Power-Buttons. Zugang erhält man nur mit einem Metallstück – etwa einer Büroklammer oder den bekannten Sim-Karten-Slot-Öffnern. Ein solches Metallstück ist in der Verpackung beigelegt. Der Slot wird in der LTE Version zusätzlich für die SIM-Karte genutzt.

    Mit dem mitgelieferten USB-C Kabel lassen sich Daten aufs oder vom Tablet transferieren. Nachdem die Verbindung über das Kabel hergestellt ist, muss zunächst am Tablet festgelegt werden, was gemacht werden darf. Zur Auswahl gibt es Foto-Transfer, nur Laden, das andere Gerät aufladen und Speicherzugriff. Wie von Smartphones gewohnt, findet man bei der Option Speicherzugriff das MediaPad unter Geräte am PC. Der Transfer funktioniert genau gleich über Drag and Drop.

    EMUI: Android meets Huawei

    Am Tablet ist bereits Android 8.0 installiert. Ob und wie oft es Updates auf neuere Versionen geben wird, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Das Einrichten von Android geht wie gewohnt rasch und unkompliziert. Einfach mit einem Android Account anmelden oder einen generieren, die gewünschten Apps installieren und warten bis alles abgeschlossen ist.

    Das Betriebssystem belegt knapp 10 GB des internen Speichers – ein Grund dafür dürfte der integrierte Desktop Modus sein – weshalb man sich den internen Speicherbedarf beim Kauf des Tablets genau überlegen sollte, vor allem in Anbetracht des Umstandes, dass Apps nicht auf den externen Speicher ausgelagert werden können.

    foto: robert rauscher
    Der Desktop Modus bietet die Möglichkeit, mehrere Anwendungen gleichzeitig laufen zu lassen.

    Interessant ist der installierte Launcher. "Was ist ein Launcher?" werden sich jetzt ein paar weniger technikbegeisterte User Fragen. Der Launcher ist die Darstellung der Bedienungsoberfläche. Sie erlaubt es Apps anzuordnen, zu Ordnern zusammenzufassen, zu verschieben, oder im Hintergrund abzulegen. Huawei setzt seinen eigenen Launcher EMUI 8.0 ein.

    Das Besondere an diesem Launcher ist, dass im Gegensatz zu den meisten anderen Android Launcher die App-Drawer, in der alle Apps gesammelt aufgeführt sind, standardmäßig deaktiviert ist. Die Oberfläche erinnert daher mehr an iOS, da hier auch alle Apps auf den verschiedenen Bildschirmen dargestellt sind. Damit ist der Einstieg für Apple Nutzer angenehmer und einfacher.

    Bildschirmanwendungsminimalisten wie ich bedienen sich entweder der Option, den App-Drawer in den Einstellungen/Anzeige/Startbildschirm zu reaktivieren, oder mit dem Workaround, indem Apps auf mehreren Bildschirmen oder in Ordner gruppiert angelegt werden. Alternativ gibt es auch andere Launcher, die aus dem Play Store heruntergeladen werden können.

    Es sind ein paar Huawei eigene Apps (E-Mail-Programm, Musik und Videoplayer, …) vorinstalliert. Alles in allem ist das Tablet aber sauber und enthält kaum Bloatware. Die Google Apps sind schon vorgruppiert. Was ich toll finde ist die vorinstallierte Bildschirmtastatur von Swiftkey. Swiftkey bietet verschiede Designs und unterstützt Swipe (das Schreiben von Wörtern durch Wischen mit dem Finger anstatt von Tippen).

    Bitte Lächeln

    Das MediaPad hat zwei Kameras verbaut. Die Frontkamera löst mit 8 Megapixel (MP) auf, die Heckkamera sogar mit 13 MP und verfügt über eine Blende von f/2.2. Das ist im Vergleich zu anderen Tablets sehr hoch.

    Wie beim iPhone 6(s) steht die Heckkamera etwas aus dem Tablet heraus. Dabei ist die Kameraausbuchtung aber so gebaut worden, dass das Tablet nicht wackelt, wenn man es auf den Tisch legt. Huawei hat das über die kaum wahrnehmbare Biegung der Rückseite ausgeglichen. Da meine Tablets und Smartphones aber immer in eine Schutzhülle kommen, wird der visuelle Niveauunterschied zwischen Kamera und Tablet Rückseite sowieso ausgeglichen und ich kann mich über eine starke Kamera freuen. Wer also mit seinem Tablet schöne Fotos machen will, ist hier richtig. Zumindest, wenn die Lichtverhältnisse passen, denn ein Blitz ist nicht eingebaut.

    foto: robert rauscher
    Die Heckkamera steht etwas aus dem Tablet heraus.

    Ist es hell genug, spielt die Kamera ihre Leistung aus. Dazu kommt, dass Huawei die Kamerasoftware ihrer Smartphones mitinstalliert hat, wodurch sich eine Vielzahl an Formaten einstellen lassen. Unter anderem gibt es Lichteffekte, Panorama Fotos, usw.

    Fotos mache ich mit Tablets allerdings nur im Ausnahmefall. Den meisten Nutzen sehe ich daher in der Frontkamera beim MediaPad. Dank der guten Auflösung erkennt uns unser Gegenüber beim Videotelefonieren auch. Die Heckkamera nutze ich am ehesten zum Fotografieren von Unterlagen, die ich nicht einscannen mag. Für alles andere ist mir ein Tablet zu unhandlich. Dafür sind Smartphones besser geeignet und die haben auch einen Blitz eingebaut. Huawei hätte hier meiner Meinung nach entweder zurückschrauben können und die Kamera dafür voll versenken sollen, oder einen ordentlichen Blitz dazu geben sollen, damit man die Kamera auch nachts oder zweckentfremdet z.B. als Babyfon mit Licht in der Videofunktion verwenden kann.

    foto: robert rauscher
    Bei Tageslicht überzeugt die Heckkamera des M5.

    Darfs noch ein bisschen mehr sein?

    Die Stärken bei der Videodarstellung oder der Musikwiedergabe wurden oben schon beschrieben. Aber auch zum Spielen kann man das Tablet verwenden.

    Die Kombination Kirin 960 und 4 GB RAM hat genug Dampf für die meisten aktuellen Spiele. Ich habe es mit dem Pokémon Online Trading Card Game (das Spiel ist echt zu empfehlen, für jeden, der entweder Pokémon oder Trading Card Games mag) und PUBG Mobile getestet.

    Auch über längere Distanzen konnte ich keine unangenehme Hitzeentwicklung feststellen. Das Tablet bleibt kühl bis maximal handwarm. Seit kurzem wird auch Streaming vom PC über die neue Steam-Link App unterstützt. Voraussetzung dafür ist ein Steam User und dass die Spiele in der Steam-Bibliothek abgelegt sind. Die App war in der Testzeit noch im Beta-Zustand, funktionierte am MediaPad aber bereits sehr gut.

    Interessant ist, dass Huawei auch etwas für Profifotografen eingebaut hat. Das Tablet lässt sich mit Profi-Kameras verbinden, so dass das Kamerabild am großen Tablet Display, statt am kleinen Kameradisplay angezeigt wird. Zusätzlich lässt sich der Auslöser vom Tablet aus betätigen. Getestet habe ich das nicht, da ich kein entsprechendes Gerät besitze, es zeigt aber die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten des MediaPads.

    Empfehle ich das Tablet?

    Jedem, der auf der auf der Suche nach einem gut ausgestatteten, zeitgemäßen Tablet ist, empfehle ich das Huawei MediaPad M5 uneingeschränkt. Es ist für alle etwas dabei, vom kleinen, handlichen 8,4" Tablet bis zum Hardcore User in der Pro Version mit Stifteingabe. Auch Apple User sollten mal einen Blick auf das MediaPad M5 riskieren, das durch Design und der EMUI Oberfläche Ähnlichkeiten mit Apple aufweist. Die Akkulaufzeit ist angenehm lange, die Ladezeit dagegen super kurz. Dank der dünnen Bauweise und dem geringen Gewicht ist es trotz der großen Bildschirmdiagonale leicht und bequem zu transportieren.

    Es gibt aber auch Sachen zu bemängeln. Die fehlende Unterstützung des Stylus in der Non-Pro Version ist ebenso unnötig wie die komische Positionierung der Tasten. Dass Apps nur im internen Speicher abgelegt und nicht auf eine Micro-SD Karte verschoben werden können, ist für mich ein negatives Unikum unter Android Herstellern. Auch bei der Kamera hätte mir eine klare Linie besser gefallen, indem entweder ein Blitz eingebaut, oder die Kamera voll versenkt worden wäre.

    Sehr gut gefallen hat mir hingegen, dass das MediaPad in seinen Kerndisziplinen (Video und Musikwiedergabe) hält, was es verspricht. Das Display ist nicht nur groß, sondern stellt auch die Bilder sehr schön dar. Einzelne Pixel lassen sich nicht ausmachen. Die Lautsprecher erzeugen einen hervorragenden Sound und machen so manchen externen Lautsprecher obsolet. Die Akkulaufzeit ist erstklassig und die Aufladegeschwindigkeit mit dem Quick-Charger war eine sehr positive Überraschung. Der Desktop-Modus ist trotz des einen oder anderen Bugs für Office-Nutzer eine tolle Ergänzung.

    Dazu bietet Huawei als einer der wenigen Android Hersteller ein modernes Design mit guter Ausstattung zu einem vernünftigen Preis. Im MediaPad M5 ist ein aktueller Prozessor, reichlich Arbeitsspeicher und ein Micro-SD Slot, unter einem erstklassigen 10,8" IPS Display mit einer starken Auflösung eingebaut. Das Ganze gibt es für einen Startpreis von unter 400 Euro.

    Für mich überwiegen die Stärken eindeutig und für die Schwächen gibt es Workarounds oder Alternativen, daher eine klare Kaufempfehlung. (Robert Rauscher, 30.5.2018)



    Robert Rauscher
    ist 36 Jahre alt, hat drei Kinder und ist Angestellter in einem österreichischen Großkonzern. Er liebt technische Spielerein und versucht laufend sich durch Technik den Alltag zu erleichtern und die langweiligen Sachen zu automatisieren. Dabei hält er sich an die Prämisse: "Die Technik ist meine Dienerin, nicht ich ihrer."

    • Der Lieferumfang – schon bei der Verpackung wird auf die Wertigkeit geachtet.
      foto: robert rauscher

      Der Lieferumfang – schon bei der Verpackung wird auf die Wertigkeit geachtet.

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