Onlinehandel: Paketdienste bleiben ein unendliches Ärgernis

    22. Mai 2018, 09:57
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    Warum muss man noch immer stundenlang zu Hause sein, um ein Paket zu empfangen?

    Wochenlang auf Bestellungen warten, stundenlang zu Hause sein müssen, um ein Paket in Empfang zu nehmen? Diese Zeiten sollten in der Logistik vorbei sein. Eigentlich. Aber jeder Onlinebesteller weiß, dass der Empfang von Paketen keine leichte Übung ist und Nerven kosten kann. Erst kürzlich sorgte ein Wiener mit einer deftigen Wutrede über Zusteller für Schlagzeilen.

    Kritik und Wünsche

    Es wäre wohl an der Zeit, dass Zustelldienste auf die Kritik und Wünsche ihrer Kunden hören sowie die Motivation ihrer Mitarbeiter erhöhen. Kunden wünschen sich heute flexible und vor allem innovative Zustellmethoden. So hätten gern zwei Drittel der Onlinekäufer (66 Prozent), dass ihre Bestellungen zu einem frei wählbaren Wunschtermin geliefert werden. Das hat eine repräsentative Befragung im Auftrag des deutschen Digitalverbands Bitkom unter 1.152 Internetnutzern ab 14 Jahren ergeben. Ein weiteres Drittel (33 Prozent) möchte den Zustellort gern noch am Tag der Lieferung ändern können.

    Echtzeitverfolgung online

    Beinahe ebenso viele (32 Prozent) wünschen sich die Zustellung über eine lieferantenunabhängige, persönliche Paketbox neben dem eigenen Briefkasten, über die man vom Dienstleister digital benachrichtigt wird. "Mit dem Onlinehandel boomt auch das Geschäft der Zusteller. Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Kunden. Sie wollen online nachverfolgen können, wo sich ihr Paket gerade befindet und wann die Lieferung stattfinden wird", sagt Bitkom-Expertin Julia Miosga. "Um die Onlineechtzeitverfolgung einer Paketzustellung und die Benachrichtigung per Mail oder SMS werden die Paketdienste deshalb nicht mehr herumkommen."

    Zugang in die eigene Wohnung

    Recht gering ist das Interesse noch an der Zustellung direkt in die eigene Wohnung durch einen Paketboten, der etwa per Smart Lock, Einmalkennwort oder Gesichtserkennung Zutritt erhält. Daran sind lediglich 13 Prozent der Onlineshopper interessiert. Solche Zustellmethoden sind vor allem bei der Lieferung von schnell Verderblichem wie zum Beispiel Lebensmitteln gefragt. Auch die Lieferung in den Kofferraum des eigenen Autos möchten lediglich acht Prozent der Befragten. Dabei öffnet der Zusteller den Kofferraum mit einem digitalen Schlüssel, einem Code oder Ähnlichem, um das Paket darin zu hinterlassen.

    Größer ist das Interesse an diesen alternativen Zustellmethoden unter Jüngeren. So wünschen sich immerhin 17 Prozent der 14- bis 29-Jährigen die Zustellung in die eigene Wohnung, 13 Prozent der 14- bis 29-Jährigen wünschen sich die Zustellung in den eigenen Kofferraum. Lediglich 16 Prozent aller Befragten haben an keinem einzigen der fünf innovativen Services einer modernen Zustellung Interesse, bei den 14- bis 29-Jährigen sind es lediglich acht Prozent.

    Click and Collect

    An der sehr schnellen Zustellung äußern rund ein Drittel der Befragten Interesse. So sagen 35 Prozent der Onlineeinkäufer, dass sie die Zustellung gern am Tag der Bestellung nutzen würden. Same Hour Delivery würden immerhin 28 Prozent gern nutzen. Stärker nachgefragt wird Click and Collect. Mit diesem Angebot haben Kunden die Möglichkeit, Produkte online zu bestellen und diese dann im Ladengeschäft abzuholen. Mehr als jeder Fünfte (22 Prozent) hat bereits online seinen Warenkorb zusammengestellt und diesen anschließend im Laden abgeholt. Ein weiteres Fünftel (21 Prozent) will diesen Service gern in Zukunft nutzen. (red, 22.5.2018)

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      foto: ap
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