Metallbranche fürchtet um "Lebensversicherung"

16. Mai 2018, 18:11
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Exportanteil liegt bei 80 Prozent – Produktionswert stieg auf 37 Milliarden Euro

Wien – Mit Mahnungen zur Lohnzurückhaltung kann man nicht früh genug beginnen. Das dürfte sich der Fachverbandsobmann der Metalltechnischen Industrie in der Wirtschaftskammer, Christian Knill, gedacht haben, als er am Mittwoch an Produktions- und Privatangestelltengewerkschafter appellierte. "Die Lohnstückkosten in Österreich sind an der Obergrenze, und der Abschluss im Herbst war hoch. Wir haben die gute Entwicklung also bereits mitbezahlt", stellte Knill klar.

Dass sich die Lohnverhandler daran halten, darf bezweifelt werden. Denn bei Maschinenbauern und Metallverarbeitern, mit 132.200 Beschäftigten und einem um 4,9 Prozent auf 37 Milliarden Euro gestiegenen Produktionswert im Vorjahr die Exportbranche in Österreich, läuft es nach Jahren der Seitwärtsbewegung richtig rund.

Handelsstreit als Unbekannte

Mit Blick auf die von den Fachverbandsmitgliedern gemeldeten Erwartungen, Auftragseingänge und Auslastung rechnet Knill allerdings damit, dass die gute Konjunktur Mitte 2019 nachlassen wird. Vor allem der Handelsstreit mit den USA sei die große Unbekannte. Der US-Markt ist nach Deutschland der zweitwichtigste Exportmarkt der Metallverarbeitungsbetriebe. Noch schlügen die Unstimmigkeiten nicht durch – Exporte in die USA stiegen im Vorjahr von 2,7 auf 2,8 Milliarden Euro -, aber das könne sich rasch ändern, warnt Knill. "Unsere Lebensversicherung sind die Exporte und die Wettbewerbsfähigkeit." Der Exportanteil der Branche liege bei 80 Prozent.

Bei den Investitionen merkt man von Unsicherheit nichts, sie sollten nach Prognose des Wirtschaftsforschungsinstituts nach Jahren der Stagnation, in denen vorwiegend Ersatzinvestitionen vorgenommen wurden, kräftig anziehen. Das Wifo rechnet heuer mit sieben bis acht Prozent höheren Bruttanlageinvestitionen.

2017 lief es im Vergleich zum Vorjahr ziemlich gut. Der Produktionswert stieg um 4,4 Prozent und die Auftragseingänge um rund zehn Prozent. Die Auslastung liege über 85 Prozent. (ung, 16.5.2018)

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