Jahrzehntelange Puzzle-Arbeit ergibt Bild von martialischem Fisch

20. Mai 2018, 12:00
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Hyneria lindae lebte im Devon und dürfte ein Spitzenprädator in den damaligen Flüssen gewesen sein

illustration: jason poole, academy of natural sciences of drexel university
Hynerias Augen waren winzig. Die Forscher vermuten, dass er in schlammigen Gewässern lebte und seine Beute mit Drucksensoren ähnlich dem Seitenlinienorgan heutiger Fische wahrnahm.

Philadelphia – In den 1950er Jahren wurden im Norden des US-Bundesstaats Pennsylvania die ersten Fossilien eines Fischs aus dem Zeitalter des Devon gefunden. Es waren nur Fragmente, und auch als die Spezies 1968 der Fachwelt als Hyneria lindae offiziell vorgestellt wurde, basierte dies auf nicht mehr als ein paar Trümmern eines zerdrückten Schädels und einigen Schuppen.

Inzwischen kann man sich von Hyneria ein wesentlich besseres Bild machen, wie die Drexel University in Philadelphia berichtet. Forscher der Universität waren zusammen mit Freiwilligen ab den 90er Jahren mit der mühevollen Kleinarbeit beschäftigt, weitere Fragmente zu finden. Zwar hat man bislang nach wie vor kein vollständiges Skelett entdeckt, doch reichen die Fragmente zusammengenommen nun aus, sich ein Bild von Hyneria zu machen.

Rekonstruktion eines Riesen

Laut den Forschern handelte es sich um einen dreieinhalb Meter langen Süßwasserfisch aus der Klasse der Fleischflosser. Das ist jener Zweig der Knochenfische, aus dem sich ungefähr zu Hynerias Lebzeiten auch die Landwirbeltiere entwickelten, vor etwa 365 Millionen Jahren.

Er selbst war jedoch ein reiner Wasserbewohner – und zwar einer, vor dem man sich in Acht nehmen musste: Hyneria verfügte über ein breites Maul voller fünf Zentimeter langer Zähne – größer als die eines Weißen Hais. In seiner Umwelt dürfte er daher ein Spitzenprädator gewesen sein, vor dem nichts sicher war: weder Panzerfische (Placodermi) noch die mit den Haien verwandten Acanthodii oder andere Fleischflosser aus Hynerias Verwandtschaft.

Vorausgesetzt, er erwischte sie: Von Letzteren hatten einige nämlich schon die Fähigkeit entwickelt, für einige Zeit an Land zu kriechen, wie andere Funde aus der Region zeigen. Sie stammen von den frühesten Landwirbeltieren. (red, 20. 5. 2018)

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