Immuntherapie hilft eher Männern als Frauen

    17. Mai 2018, 05:00
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    In einer Meta-Analyse wurde die Effizienz von Immuntherapien bei Krebserkrankungen ausgewertet – insgesamt sprechen langfristig nur 20 Prozent darauf an

    Die moderne Immuntherapie mit monoklonalen Antikörpern (Checkpoint-Inhibitoren) kann bei mehreren Krebsarten bei etwa 20 Prozent der Behandelten einen langfristigen Effekt haben. Offenbar wirkt sie aber bei Männern deutlich besser als bei Frauen. Das hat jetzt ein internationales Wissenschafterteam in einer Meta-Analyse herausgefunden.

    Fabio Conforti (Europäisches Institut für Onkologie/Mailand) und die Co-Autoren haben die Daten aus 20 klinischen Studien mit den Checkpoint-Inhibitoren (Ipilimumab, Tremelimumab, Nivolumab oder Pembrolizumab) mit 11.351 Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung (jeweils etwas mehr als 30 Prozent litten an einem Melanom oder an einem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom, der Rest an einer ganzen Reihe anderer Krebserkrankungen) zusammengefasst und die Ansprechraten erneut analysiert. 67 Prozent der Behandelten waren Männer.

    Die Wissenschafter stellen jetzt in der Fachzeitschrift "Lancet Oncology" fest: Männer unter Immuntherapie wegen Krebs hatten – verglichen mit männlichen Patienten in den Gruppen ohne diese Behandlung – eine um 28 Prozent verringerte Sterblichkeit. Bei den Frauen lag diese Reduktion des Mortalitätsrisikos unter einer Immuntherapie bei minus 14 Prozent.

    Stärkerer Fokus auf Frauen

    Die Wissenschafter fordern zukünftige Studienautoren auf, mehr weibliche Probandinnen in kommende Studien zur Immuntherapie bei Krebs aufzunehmen. Eventuell müsste man für Männer und Frauen auch unterschiedliche Strategien entwickeln. Die moderne Immuntherapie besteht darin, dass durch die Anwendung von monoklonalen Antikörpern jene Mechanismen lahmgelegt werden, welche das Immunsystem der Betroffenen nicht ausreichend gegen den Tumor aktiv werden lässt.

    Beim Lungenkrebskongress der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) in Genf wurden beispielsweise Drei-Jahres-Daten zu den Behandlungsergebnissen bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen präsentiert: Nach zwei Jahren lebten 32,2 Prozent unter einer Immuntherapie (Atezolizumab), hingegen nur 16,6 Prozent aus der Vergleichsgruppe mit herkömmlicher Chemotherapie (Docetaxel). Nach drei Jahren betrugen die entsprechenden Überlebensraten 18,7 bzw. zehn Prozent. Das Problem liegt aber offenbar darin, dass eben nur höchstens etwa 20 Prozent der Behandelten wirklich längerfristig auf die Immuntherapie ansprechen. (APA, 17.5.2018)

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