Jetpacks: Seit 100 Jahren in Entwicklung, noch lange nicht bereit

    16. Mai 2018, 08:38
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    Selbst Google winkt ab, weil Jetpacks zu viel Treibstoff verbrauchen und zu laut sind

    Der Traum vom fliegenden Menschen, der dank eines Jetpacks in der Höhe gehalten wird, beschäftigt die Menschheit schon lange. Egal ob in Filmen, Serien oder Videospielen (man denke an GTA): Das Jetpack bleibt ein Sehnsuchtsobjekt. Doch wie kommt es, dass Menschen noch nicht zur Arbeit fliegen? Vor allem, da es ja schon erfolgreiche Flüge gegeben hat? Die Antworten dahinter sind vielschichtig, wie eine Analyse des Guardian zeigt.

    Erste Forschungen schon 1919

    Die Entwicklung des Jetpack feiert nächstes Jahr ihr hundertstes Jubiläum. 1919 begann der russische Ingenieur Aleksandr Andreyev, sich mit einem tragbaren Fluggerät zu beschäftigen – ohne großen Erfolg. Jetpacks stießen dann vor allem auf das Interesse des Militärs. Wernher von Braun, der zuerst für die Nazis, nach 1945 für die US-Armee forschte, führte die Idee weiter, ohne sie zu konkretisieren.

    Erfolgreiche Prototypen

    In den 1960er-Jahren gab es dann erste erfolgreiche Prototypen. Haroll Graham konnte etwa dreizehn Sekunden lang fliegen. Doch das Jetpack wog 57 Kilogramm und verbrauchte rund vierzig Liter Treibstoff pro Minute. Zum Ankleiden war ein ganzer Servicetrupp notwendig. Massenfähig war das nicht.

    rocketbeltsociety

    Der Hype erreichte mit Nelson Tylers Jetpack-Gürtel einen Höhepunkt: Bill Suitor läutete die Eröffnung der Olympischen Spiele in Los Angeles 1984 mit diesem Gerät ein. Aber auch dieser Prototyp verbrauchte viel zu viel Treibstoff, der noch dazu immer teurer wurde.

    Google winkt ab

    Mit dem Aufstieg des Silicon Valley gab es dann eine neue Gruppe an IT-Giganten und Start-Ups, die an Jetpacks tüftelten. So soll sich Googles Forschungslabor Google X mit Jetpacks auseinandergesetzt haben. Doch rasch stellte sich heraus, dass kein umweltschonendes Modell möglich war. Mittlerweile gibt es zwar eine elektrische Version vom Start-Up Jetpack Aviation, mit einem Preis von 200.000 Euro kann der Massenmarkt jedoch kaum erobert werden.

    "Jeder Idiot?"

    Zwar gibt es nun eine neue Welle an Erfindungen, etwa aus Mexiko oder vom britischen Bastler Richard Browning, allzu viele fliegende Menschen sind jedoch nicht zu erwarten. So warnt Bill Suitor, der einst bei den Olympischen Spielen flog, dass "Menschen vom Himmel fallen würden". Zum Guardian sagt er: "Man stelle sich vor, dass jeder Idiot sich leisten kann, mit einem Jetpack zu fliegen?" (red, 17.5.2018)

    • Bill Suitor eröffnete die Olympischen Spiele 1984 mit einem Jetpack
      foto: screenshot

      Bill Suitor eröffnete die Olympischen Spiele 1984 mit einem Jetpack

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