Gündoğan zu Treffen mit Erdoğan: Kein politisches Statement

15. Mai 2018, 10:54
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Deutscher Teamspieler: "Sollen wir uns gegenüber dem Präsidenten des Heimatlandes unserer Familien unhöflich verhalten?"

Berlin – Der deutsche Fußball-Nationalspieler İlkay Gündoğan hat zu seinem umstrittenen Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan Stellung genommen und dessen Bedeutung herabgespielt.

In einer Erklärung des 27-Jährigen, die die "Bild"-Zeitung veröffentlichte, heißt es: "Es war nicht unsere Absicht, mit diesem Bild ein politisches Statement abzugeben, geschweige denn Wahlkampf zu machen. Als deutsche Nationalspieler bekennen wir uns zu den Werten des DFB und sind uns unserer Verantwortung bewusst. Fußball ist unser Leben, und nicht die Politik."

"Mit großem Respekt für meinen Präsidenten"

Gündoğan und sein Nationalmannschaftskollege Mesut Özil hatten Erdoğan am Sonntag in London getroffen und bei einem Fototermin handsignierte Trikots ihrer Vereine Manchester City und FC Arsenal überreicht. Gündoğans hellblaues Trikot mit der Nummer acht war von ihm mit den Worten "Mit großem Respekt für meinen Präsidenten" signiert.

Reinhard Grindel, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), hatte diese Aktion am Montag gerügt. "Der Fußball und der DFB stehen für Werte, die von Herrn Erdoğan nicht hinreichend beachtet werden", schrieb Grindel auf Twitter. "Deshalb ist es nicht gut, dass sich unsere Nationalspieler für seine Wahlkampfmanöver missbrauchen lassen."

Gündoğan führt aus, dass Özil und er am Sonntag "eine Veranstaltung einer türkischen Stiftung in London" besucht hätten. "Wir finden es gut, dass es eine Stiftung gibt, die türkische Studenten im Ausland fördert und ihnen damit eine internationale Karriere ermöglicht."

"Respekt vor dem Amt des Präsidenten"

Man habe den türkischen Präsidenten am Rande der Veranstaltung getroffen. "Aus Rücksicht vor den derzeit schwierigen Beziehungen unserer beiden Länder haben wir darüber nicht über unsere sozialen Kanäle gepostet. Aber sollten wir uns gegenüber dem Präsidenten des Heimatlandes unserer Familien unhöflich verhalten? Bei aller berechtigten Kritik haben wir uns aus Respekt vor dem Amt des Präsidenten und unseren türkischen Wurzeln – auch als deutsche Staatsbürger – für die Geste der Höflichkeit entschieden", erklärte Gündoğan. (sid, 15.5.2018)

  • İlkay Gündoğan mit Recep Tayyip Erdoğan.
    foto: reuters/ozer

    İlkay Gündoğan mit Recep Tayyip Erdoğan.

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