Bombenfund in südafrikanischer Moschee nach Islamistenangriff

    14. Mai 2018, 12:00
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    Vor vier Tagen wurde bei einem Überfall eine Person ermordet, nun wurde ein Sprengsatz in der schiitischen Moschee gefunden

    Durban – In einer Moschee nahe der Stadt Durban in Südafrika wurde eine Bombe entdeckt. Die Polizei bestätigte am Montag, dass es sich bei der am Vortag aufgefundenen Vorrichtung, ein weißes Kunststoffrohr mit Drähten und einem Mobiltelefon, tatsächlich um einen scharfen Sprengsatz handelte. Die Bombe war unter dem Sessel des Predigers deponiert worden.

    Bereits am vergangenen Donnerstag war die schiitische Imam-Hussain-Moschee in Verulam, 30 Kilometer nördlich von Durban, Schauplatz eines Angriffs geworden. Drei mit Schusswaffen und Messern bewaffnete Männer hatten die Moschee überfallen. Ein Muezzin und ein Prediger wurden durch Messerstiche schwer verletzt, ein weiterer Mann, der den Angegriffenen zu Hilfe kommen wollte, wurde mit einem Schnitt durch die Kehle ermordet. Nachdem sie die religiösen Schriften der Moschee mit einem Brandsatz angezündet hatten, flüchteten die Angreifer mit einem Auto.

    Wenige Stunden vor dem Bombenfund hatte der südafrikanische Polizeiminister Bheki Cele die Moschee besucht, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Das Gebetshaus und umliegende Gebäude wurden evakuiert.

    Mullah Sayed Afthab Haider von der Ahlul-Bait-Foundation, einer Plattform schiitischer Moscheen in Südafrika, hatte zuvor erklärt, der Angriff auf die Imam-Hussain-Moschee sei ohne Zweifel ein Terrorakt mit allen Anzeichen der sunnitischen Terrororganisation "Islamischer Staat". Schon zuvor habe es Drohungen gegen Schiiten gegeben. Die Polizei geht von "Hass auf die Gläubigen" als Tatmotiv aus.

    Gewaltverbrechen sind in Südafrika alltäglich, jeden Tag werden mehrere Dutzend Menschen ermordet. Von islamistischem Terrorismus ist das Land jedoch bisher weitgehend verschont geblieben. Rund 1,5 Prozent der 53 Millionen Einwohner Südafrikas sind Muslime. (Michael Vosatka, 14.5.2018)

    • Südafrikas Polizeiminister Bheki Cele mit Mullah Sayed Afthab Haider, dem Koordinator des Verbandes schiitischer Moscheen in Südafrika, vor der Imam-Hussain-Moschee in der Stadt Verulam nahe Durban.
      foto: apa/afp/jantilal

      Südafrikas Polizeiminister Bheki Cele mit Mullah Sayed Afthab Haider, dem Koordinator des Verbandes schiitischer Moscheen in Südafrika, vor der Imam-Hussain-Moschee in der Stadt Verulam nahe Durban.

    • Die Bibliothek der Moschee wurde angezündet.
      foto: apa/afp/jantilal

      Die Bibliothek der Moschee wurde angezündet.

    • Artikelbild
      foto: apa/afp/jantilal
    • Bei dem Angriff wurde eine Person ermordet, zwei weitere verletzt.
      foto: apa/afp/jantilal

      Bei dem Angriff wurde eine Person ermordet, zwei weitere verletzt.

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