Eiswürferl ermittelt: "Bosch", die vierte Staffel

14. Mai 2018, 09:00
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Der Mordermittler verliert nichts an Coolness inmitten des wüstenheißen Molochs L.A. Titus Welliver hat die erste große Hauptrolle seiner Karriere fest im Griff

Er ist wieder da. Hieronymus Bosch, genannt Harry. Nein, nicht der Maler, aber irgendwie doch. Jazzliebhaber, cool wie ein Eiswürferl, seine Ex noch immer liebender Single, Vater einer 18-Jährigen, Mordermittler in Los Angeles. Und zwar ein verdammt guter. Früher des Öfteren, jetzt nur noch selten zu Gewalt neigend. Immer bereit, den Dienstweg abzukürzen.

Bosch und Co verlieren auch in der vierten Staffel dieser Amazon-Prime-Serie nichts von ihrer Coolness inmitten des wüstenheißen Molochs L. A. Düsternis unter gleißender Sonne. Titus Welliver (dieser Name!) hat die erste große Hauptrolle seiner mittlerweile fast 30-jährigen Karriere fest im Griff, gibt ihr mit oft recht minimalistischem Schauspiel viel Charakter. Nicht kaputt (wie es bei so vielen TV-Kommissaren Mode ist), aber doch seelisch gepeinigt. Bosch gibt nicht auf, er geht seinen Weg. Schießerei? Blut am Hemd? In der Schreibtischlade liegt säuberlich zusammengefaltet ein neues. Schnell ein Check im Spiegel, weiter geht's. Showdown!

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Wir verfolgen stets zwei, drei Handlungsstränge, manche erstrecken sich über mehrere Staffeln, bis hinein in die fünfte, schon in Vorproduktion befindliche. Die komplexe Handlung sowie die nicht nur an der Oberfläche kratzenden Dialoge und Charakterentwicklungen verdienen zeitweise ziemlich viel Aufmerksamkeit. Also bitte das Handy weglegen und höchstens die am Schoß liegende schlafende Katze streicheln.

Ein Highlight der Serie ist auch der Soundtrack. Jesse Voccia sorgt für einen sehr stimmigen Musikteppich – und der jazzige Titelsong Can't Let Go des aus L. A. stammenden Duos Caught A Ghost verdient sich auch auf der Smartphone-Playlist einen Fixplatz. (Gianluca Wallisch, 13.5.2018)

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    foto: amazon studios
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