Neuer Anlauf für Verkauf der Wiener Privatbank

    Bericht12. Mai 2018, 08:00
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    Slowakische Arca hat umgebaut und bei der Finanzmartkaufsicht einen neuen Antrag auf Einstieg bei der Bank eingebracht

    Wien – Nächster Anlauf für den Verkauf der Wiener Privatbank an die slowakische Arca Capital. Ende April haben die Slowaken bei der Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA einen neuen Antrag gestellt, um durch das Eigentümerkontrollverfahren zu kommen. Dabei prüfen die Aufseher, ob die potenziellen Erwerber aus rechtlicher Sicht als Bankeigentümer taugen. Zudem geht es um die Herkunft der Gelder, mit denen der Einstieg finanziert wird und um die Potenz für etwaige Kapitalnachschüsse.

    Das Institut mit einer Bilanzsumme von zuletzt 492 Millionen Euro gehört mehrheitlich dem Wiener Immobilienunternehmer Günter Kerbler und seinem Kompagnon, Exbanker Johannes Kowar. 19 Prozent sind in Streubesitz.

    Umstrittener Oligarch stieg aus

    Bisher hat die Aufsichtsbehörde aber keine sehr freundlichen Nasenlöcher gemacht, vielmehr wurde der Antrag der Slowaken aus formalen Gründen abgelehnt. Hintergrund: Die Arca Holding (steht über der Arca Capital) gehörte dem slowakischen Milliardär Pavel Krúpa, der im Visier der slowakischen und tschechischen Behörden steht, ebenso wie Arca-nahe Gesellschaften.

    Um dieses Problem zu überwinden, wird der Deal um die Wiener Privatbank nun anders aufgesetzt. Krúpa habe sich komplett aus der Holding zurückgezogen, sei quasi mit einem Teil des Geschäfts ausbezahlt worden und habe die Gesellschaft als Eigentümer und Vorstandsmitglied verlassen, wie ein Privatbanker auf Anfrage erklärt. In der Folge hätten die Slowaken den neuen Antrag eingebracht, die für für die Prüfung bereits vorgelegten Unterlagen seien gleich bei der FMA geblieben, heißt es. Statt Krúpa hält nun Rastislav Velic die Mehrheit an der Arca Holding; allerdings sollen Behörden auch Geschäfte rund um ihn prüfen.

    Arca will Kerblers und Kowars Anteile, wie berichtet, um 36,85 Millionen Euro kaufen. Die Letztentscheidung für den Verkauf liegt bei den Aufsehern in der Europäischen Zentralbank, EZB. (Renate Graber, 12.5.2018)

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