Unterlagen auf USB-Stick: Tschechische Behörde stoppt Lkw-Mautvergabe

9. Mai 2018, 13:39
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Die Ausschreibung für den Betrieb des Lkw-Mautsystems in Tschechien ab dem Jahr 2020 war unzulässig

Prag – Laut Entscheidung der tschechischen Wettbewerbsbehörde UOHS war die Ausschreibung für den Betrieb des Lkw-Mautsystems unzulässig.

Der bisherige Betreiber, das börsenotierte Unternehmen Kapsch TrafficCom, war bei der Neuausschreibung einem Konsortium der Firmen CzechToll und SkyToll unterlegen. Diese hatten mit umgerechnet knapp 425 Millionen Euro für zehn Jahre ab Jänner 2020 das preislich günstigste Angebot abgegeben.

Die Kartellbehörde bemängelte, dass das Verkehrsministerium in Prag die Vergabeunterlagen auf USB-Speichersticks an die Interessenten übergeben hatte. Rückwirkend sei daher nicht festzustellen, ob alle Unternehmen die gleichen Informationen erhalten hatten. Gegen die Entscheidung können die Beteiligten Einspruch einlegen.

Der Kapsch-Konkurrent SkyToll betreibt bereits das elektronische Mautsystem in der Slowakei auf der Basis eines Satellitensystems. Der tschechische Staat erhofft sich Einnahmen durch die elektronische Lkw-Maut ab 2020 von umgerechnet jährlich mehr als einer halben Milliarde Euro. Für Pkw gilt in Tschechien eine Vignettenpflicht. (APA, 9.5.2018)

  • Der bisherige Betreiber, die heimische Kapsch TrafficCom, war bei der Neuausschreibung einem Konsortium der Firmen CzechToll und SkyToll unterlegen
    foto: toll collect gmbh

    Der bisherige Betreiber, die heimische Kapsch TrafficCom, war bei der Neuausschreibung einem Konsortium der Firmen CzechToll und SkyToll unterlegen

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