Bittere dritte Niederlage für ÖEHV-Team

    8. Mai 2018, 18:59
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    Nach früher Führung der Österreicher legten die Slowaken einen Gang zu und gerieten erst im Schlussdrittel ins Wanken

    Kopenhagen – Österreichs Eishockey-Nationalteam steht bei der WM in Dänemark auch nach dem dritten Spiel noch ohne Sieg da. Die ÖEHV-Auswahl unterlag am Dienstag der Slowakei mit 2:4 (1:1,0:2,1:1).

    Brian Lebler brachte Österreich zwar früh in Führung (2.), Marcel Hascak (5.), Tomas Jurco (23.) und Christian Jaros (29.) drehten aber das Spiel zugunsten der Slowaken. Peter Schneider gelang nur noch der Anschlusstreffer für das rot-weiß-rote Team (42.), das am Mittwoch (20.15 Uhr) gegen Titelverteidiger Schweden schon wieder im Einsatz ist. In der abschließenden Drangperiode kassierte das ÖEHV-Team wenige Sekunden vor Schluss den Empty-Net-Treffer durch Michal Kristof zum 2:4.

    Umstellungen

    Teamchef Roger Bader hatte erstmals NHL-Stürmer Michael Raffl zur Verfügung und stellte daher seine Linien um. Raffl spielte Center zwischen Brian Lebler und Fabio Hofer, fand aber zwei Drittel lang nicht ins Spiel. Konstantin Komarek wechselte in die Linie mit Lukas Haudum und Dominic Zwerger, Alexander Rauchenwald auf den Flügel der vierten Linie anstelle von Daniel Woger, für den nur ein Platz auf der Tribüne blieb.

    Den Österreichern gelang ein Start nach Wunsch. Nach 93 Sekunden fälschte NHL-Verteidiger Andrej Sekera einen Lebler-Schuss unhaltbar ins eigene Tor ab. Doch der Weltmeister von 2002 schlug schnell zurück. Marcel Hascak verwertete einen Konter zum Ausgleich (5.). Danach entwickelte sich in den ersten 20 Minuten eine ziemlich offene Partie mit den besseren Chancen für die Slowaken.

    Im Mitteldrittel zogen die Slowaken auf 3:1 davon. Zunächst traf Tomas Jurco ins Kreuzeck (23.), in der 29. Minute patzte Torhüter Bernhard Starkbaum, der einen harmlosen Schuss von Christian Jaros nicht bändigen konnte (29.). Erst gegen Ende des Mitteldrittels wurden auch die Österreicher wieder gefährlich. Alexander Rauchenwald (36.) und Lebler (39.) vergaben zunächst die Chance auf den Anschlusstreffer.

    Erneute Umstellungen und Spannung im Finish

    Für das Schlussdrittel stellte Bader die Linien um und ließ Raffl wie auch bei den Philadelphia Flyers – an der Seite von Komarek – Flügel spielen. In der 42. Minute setzte Raffl mit einem öffnenden Pass Peter Schneider ein, der seine zweite große Chance souverän verwertete (42.) und für ein spannendes Schlussdrittel sorgte. Das ÖEHV-Team fightete und machte phasenweise auch Druck. Lebler (57.) und Hofer (59.) vergaben die letzten Chancen auf einen Punktgewinn. (APA, 8.5.2018)

    Eishockey-WM in Dänemark – Gruppe A in Kopenhagen am Dienstag:

    Österreich – Slowakei 2:4 (1:1,0:2,1:1)
    Kopenhagen, 6.094. Tore: Lebler (2.), Schneider (42.) bzw. Hascak (5.), Jurco (23.), Jaros (29.), Kristof (60./empty net). Strafminuten: 8 bzw. 4.

    Österreich: Starkbaum – Schumnig, Unterweger; Ulmer, Viveiros; Schlacher, Heinrich; Peter, Altmann – Schneider, Hundertpfund, Ganahl; Hofer, M. Raffl, Lebler; Haudum, Komarek, Zwerger; Rauchenwald, Obrist, Spannring.

    Slowakei: Rybar – Cajkovsky, Sekera; Granak, Daloga; Jaros, Fehervary; Janosik, Grman – Jurco, Kristof, Nagy; Bakos, Hovorka, Hascak; Svitana, Buc, Bondra; Kudrna, Marcinko, Cingel

    Live-Nachlese

    Österreich unterliegt der Slowakei 2:4

    Tag fünf

    Tschechen mühten sich mit Schweizern, Finnland makellos

    Stimmen

    Roger Bader (Teamchef Österreich): "Ich bin mit dem ersten Drittel sehr unzufrieden gewesen, obwohl es nur 1:1 gestanden ist. Ich habe das in der Pause auch kommuniziert. Die ersten zehn Minuten im Mitteldrittel waren auch nicht gut, aber schon besser. Ab der 30. Minute haben wir besser gespielt. Das Schlussdrittel war dann das bisher beste bei dieser WM. Es ist einfach hartes, hartes Lehrgeld, dass die Spieler zahlen, dass sie schnellere Entscheidungen fällen müssen."

    Über Raffl: "Je länger das Spiel gedauert hat, desto besser ist er geworden. Ich habe nicht erwartet, dass er kommt und gleich die Mannschaft rockt. Ich bin sicher, dass er von Spiel zu Spiel besser wird und der Mannschaft helfen wird."

    Über das Schweden-Spiel: "Ich glaube, niemand der bei Trost ist, erwartet einen Sieg von uns. Ich möchte aber, dass wir ein gutes Spiel spielen, dass wir unsere Spielprinzipien verbessern und so auftreten wie in den letzten 30 Minuten und aus dieser Partie was rausziehen für die noch wichtigeren Spiele, die dann kommen werden."

    Thomas Hundertpfund (Kapitän Österreich): "Es darf nicht passieren, dass wir 30 Minuten lang so in ein Spiel starten. Das 1:0 war gut, danach haben wir aber nicht unser Spiel gespielt. Nach dem 1:3 sind wir zu unserem Spiel gekommen. Leider hat es für den Ausgleich nicht gereicht. Wir haben in den zweiten 30 Minuten gesehen, dass wir auf diesem Niveau mitspielen können und teilweise sogar die bessere Mannschaft waren. Das müssen wir über 60 Minuten zeigen, damit wir solche Spiele gewinnen. Für die wichtigen Spiele gegen Frankreich und Weißrussland muss uns das heute eine Lehre sein. Uns passieren immer wieder die gleichen Fehler. Da haben wir bisher daraus noch nicht gelernt, das müssen wir jetzt schnell machen. Morgen (gegen Schweden) wird noch ein bisschen ein Lernprozess da sein, dann müssen wir bereit sein für Frankreich und Weißrussland und zwei Siege holen."

    Michael Raffl (Stürmer Österreich): "Die ersten 30 Minuten haben wir nicht so gespielt, wie wir wollten. Für mich persönlich war es eine der schwierigsten Partien, die ich seit langem gehabt habe. Das Positive war, dass es sich am Ende besser angefühlt hat und auf dem kann man aufbauen. Ich glaube, ich bin besser, wenn ich erst am Forecheck bin und die Scheibe protecten kann. Es war schwer, ich hatte drei Wochen kein Spiel und dann das Spiel zu machen gegen eine gute slowakische Mannschaft. In der zweiten Hälfte des Spiels waren wir die bestimmende Mannschaft und besser. Es hätte am Ende in beide Richtungen gehen können. Wir haben zu viele Chancen zugelassen, es war viel zu einfach. Ich war von einigen Gesichtern, die ich noch nicht gesehen habe, positiv überrascht. Viele Junge haben gut gespielt, die haben einen super Job gemacht."

    Patrick Spannring (Stürmer Österreich): "Am Anfang haben wir Probleme gehabt, weil wir taktisch zu undiszipliniert waren und uns nicht an den Gameplan gehalten haben. Wir müssen geradlinig spielen und unsere Checks fertig fahren. Gegen Ende des Spiels hat das dann besser funktioniert. Wenn wir uns gegen Schweden wieder an den Plan halten, dann können wir da auch Druck machen."

    • Viel Betrieb vor dem von Goalie Bernhard Starkbaum gehüteten Tor.
      foto: apa/helmut fohringer

      Viel Betrieb vor dem von Goalie Bernhard Starkbaum gehüteten Tor.

    • Das ÖEHV-Team hatte Chancen,  vermochte aber nur zwei zu nützen. Hier scheitert Manuel Ganahl an Slowakei-Keeper Patrik Rybar.
      foto: apa/helmut fohringer

      Das ÖEHV-Team hatte Chancen, vermochte aber nur zwei zu nützen. Hier scheitert Manuel Ganahl an Slowakei-Keeper Patrik Rybar.

    • Das bittere Ende: Dominic Zwerger leitet die Scheibe bei einem Rettungsversuch nach Schuss von Michal Kristof ins eigene Tor.
      foto: apa/helmut fohringer

      Das bittere Ende: Dominic Zwerger leitet die Scheibe bei einem Rettungsversuch nach Schuss von Michal Kristof ins eigene Tor.

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