"This Is America": Musikvideo über Waffen und Rassismus hält USA den Spiegel vor

Video8. Mai 2018, 15:43
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Das Video von Donald Glover alias Childish Gambino zeigt die Lebensrealität von Schwarzen in den USA

Fröhliche Töne, ein oben ohne tanzender Donald Glover – alles beginnt relativ friedlich im neuen Video von Childish Gambino. Doch bereits nach wenigen Sekunden zückt der Hauptdarsteller eine Waffe und schießt einem Mann in den Hinterkopf. "This is America" lautet der passende Titel des Songs.

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"This Is America" verzeichnete bereits mehr als 30 Millionen Klicks.

Der leblose Körper wird weggezerrt, die Waffe sorgfältig in einem roten Tuch weggebracht, Glover tanzt fröhlich weiter. Seine Bewegungen erinnern an sogenannte Jim-Crow-Tänze, mit denen sich Weiße im 19. Jahrhundert über schwarze Sklaven lustig gemacht haben. Im Hintergrund sieht man brutale Verfolgungsjagden, dann wieder mit Glover lächelnd mittanzende Menschen – ein Hinweis auf die Lebensrealität vieler Afroamerikaner in den USA, denen oft nur zwei "Karrieren" offen stehen: im Showbusiness oder als Kriminelle.

Gospelchor unter Beschuss

Die nächste Szene wechselt von der Lagerhalle zu einem Gospelchor, zu dessen Gesang Glover zunächst begeistert mitschwingt. Dann nimmt er eine Waffe und erschießt die singenden Menschen – möglicherweise eine Anspielung auf das Massaker von Charleston, bei dem Dylann Roof 2015 neun Schwarze in einer Kirche erschossen hatte.

Glover und seine Hintergrundtänzer bleiben danach fröhlich, während im Hintergrund Chaos ausbricht, Polizisten hin und her fahren und Autos brennen. In letzten Teil des Videos sieht man Glover in Panik weglaufen – möglicherweise auf der Flucht vor einem Lynchmob, manche ziehen auch Vergleiche zum Film "Get Out".

Donald Glover, der vor allem durch die Serien "Community" oder "Atlanta" bekannt wurde und in Kürze in "Solo: A Star Wars Story" zu sehen sein wird, führt mit dem Video bereits die Trendliste auf Youtube an: 30 Millionen Klicks verzeichnete das Video innerhalb von zwei Tagen. US-Präsident Donald Trump hatte beim jährlichen Kongress der National Rifle Association zuletzt versprochen, es werde keine Verschärfung der Waffengesetze geben. (maa, 8.5.2018)

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