Neue Regeln für Flugreisen: Hersteller von smarten Trolleys sperrt zu

    7. Mai 2018, 17:34
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    Fix verbauter Akku als Problem – Hersteller will Garantie-Ansprüche von Käufern verweigern

    Ende Jänner haben 280 Airlines, darunter auch alle bedeutenden Fluglinien in den USA und Europa, ihre Gepäckrichtlinien verschärft. Folgend einer Empfehlung der Luftfahrtbehörde IATA wurden dabei unter anderem Koffer und Trolleys, die über einen integrierten Akku verfügen. Damit will man dem Risiko von Bränden im Gepäckraum entgehen.

    Eine Maßnahme, die einen der ersten Hersteller der smarten Gepäckstücke hart getroffen hat. Das Unternehmen Bluesmart gab die Einstellung des Betriebes bekannt. Für Käufer der Geräte ist das besonders bitter.

    Design inkompatibel mit Richtlinien

    Die Koffer und Trolleys von Bluesmart waren generell geschätzt, haben aber einen "Designfehler": Der Akku ist nicht einfach entnehmbar. Vier Schrauben müssen gezogen und mehrere Kabel gelöst werden, ehe die Batterie sich entfernen bzw. tauschen lässt. Theoretisch wäre ein Ausbau vor der Reise immer noch denkbar, doch damit sind auch andere Features nicht mehr verwendbar. Die Koffer verfügen unter anderem über ein elektronisch gesteuertes Schloss sowie ein GPS-Modul, um im Verlustfall per App geortet werden zu können.

    Die neue Richtlinie dürfte die Nachfrage bei Bluesmart gedrückt haben. Zudem war das Unternehmen offenbar nicht darauf vorbereitet. Andere Firmen haben das Problem schon seit längerem gelöst und bieten Gepäckbehälter an, deren Akku sich einfach entfernen und im Handgepäck transportieren lässt.

    Kunden und Unterstützer nun auf sich gestellt

    Bluesmart hat nach eigenen Angaben seine Designs, Technologien und anderes geistiges Eigentum an den Hersteller Travelpro verkauft. Nachdem man "alle Optionen geprüft" habe, sei man zu dem Entschluss gekommen, dass man den Betrieb einstellen müsse, heißt es in einer Stellungnahme auf der Website.

    Garantieansprüche will man nicht mehr erfüllen. Auf Kundenanfragen bezüglich Umtausche oder Rückerstattungen werde man nicht antworten. Unterstützern der Crowdfunding-Kampagne für die Series 2-Reihe, die ihren Koffer noch nicht bekommen haben, empfiehlt man ebenfalls direkt, einen Anspruch für das Abwicklungsverfahren einzureichen.

    Bluesmart-Produkte, die noch im Handel erhältlich seien, würden ebenfalls nicht mehr mit Garantie oder Support bedacht. Die App werde zumindest in den "kommenden Monaten" noch voll funktionstüchtig bleiben. Langfristig sollen die Online-Features allerdings deaktiviert werden. (gpi, 07.05.2018)

    • Bluesmart leistet keinerlei Support mehr für seine Produkte. Auch Garantieansprüche will man nicht mehr erfüllen.
      foto: bluesmart

      Bluesmart leistet keinerlei Support mehr für seine Produkte. Auch Garantieansprüche will man nicht mehr erfüllen.

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