Ein Punkt und ein 2:3 in der Verlängerung gegen Schweiz

    Video5. Mai 2018, 15:08
    103 Postings

    Tore von Zwerger und Ganahl – Goalie Starkbaum herausragend – Mit Punkt und Moral gegen Russland

    Kopenhagen – Österreichs Eishockey-Nationalmannschaft hat zum Auftakt der Eishockey-WM in Dänemark überraschend einen Punkt geholt. Die ÖEHV-Auswahl musste sich am Samstag in Kopenhagen nach beherztem Kampf der favorisierten Schweiz mit 2:3 nach Verlängerung (0:1,1:1,1:0;0:1) geschlagen geben.

    Nino Niederreiter (19.) und Gaetan Haas (25.) brachten die Eidgenossen 2:0 in Führung, dank Treffern von WM-Debütant Dominic Zwerger im Powerplay (35.) und Manuel Ganahl (47.) schaffte die Mannschaft von Teamchef Roger Bader aber das Comeback und holte zumindest einen Punkt. In der Verlängerung sorgte Enzo Corvi nach einem Wechselfehler für die Entscheidung (64.). Österreich geht mit einem Punkt und viel Moral in die nächste Partie am Sonntag (12.15 Uhr) gegen Olympiasieger Russland.

    Bernhard Starkbaum überragend

    Österreichs Team stand gegen den Vize-Weltmeister von 2013 in der Anfangsphase gehörig unter Druck. Mit einer engagierten Defensivarbeit und einem über die gesamte Spielzeit herausragenden Bernhard Starkbaum im Tor hielt die ÖEHV-Auswahl zunächst dagegen und hatte durch Patrick Spannring in Unterzahl sogar die größte Chance auf eine frühe Führung (3.).

    foto: apa/helmut fohringer
    Bernhard Starkbaum war ein sicherer Rückhalt für das ÖEHV-Team, er verzeichnete einige unglaubliche Saves.

    Nach rund einer Viertelstunde konnte sich das Team von Roger Bader ein bisschen befreien, geriet aber doch noch vor der ersten Pause in Rückstand. Nach einem Fehlpass von Stefan Ulmer ließ Niederreiter, einer von drei Schweizer NHL-Spielern auf dem Eis, Starkbaum keine Chance (19.).

    Spieldauer-Disziplinarstrafe für Andrighetto

    Haas erhöhte mit einem Backhand-Schuss auf 2:0 (25.), doch das brach die Mannschaft um Kapitän Thomas Hundertpfund nicht. Nach einem Kniecheck von NHL-Stürmer Sven Andrighetto wurde Steven Strong mit einer Trage vom Eis gebracht, der Schweizer musste mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe ebenfalls in die Kabine. Das fünfminütige Powerplay nützten die Österreicher zum Anschlusstreffer. Schweiz-Legionär Zwerger schob einen Abpraller nach Haudum-Schuss zum 1:2 über die Linie (35.).

    Ganahl trifft zum Ausgleich.

    Damit war für ein spannendes Schlussdrittel gesorgt. Die rot-weiß-roten Außenseiter lieferten einen beherzten Kampf und wurden mit dem 2:2 durch Ganahl (47.) belohnt. (APA; 5.5.2018)

    Eishockey-Weltmeisterschaft in Dänemark – Gruppe A in Kopenhagen:

    Schweiz – Österreich 3:2 n.V. (1:0,1:1,0:1;1:0)

    Kopenhagen, 5.019

    Tore: Niederreiter (19.), Haas (25.), Corvi (64.) bzw. Zwerger (35./PP), Ganahl (47.).

    Strafminuten: 9 plus Spieldauerdisziplinar Andrighetto bzw. 6.

    Schweiz: Genoni – Müller, Diaz; Kukan, Untersander; Frick, Fora; Genazzi – Hofmann, Corvi, Niederreiter; Scherwey, Haas, Andrighetto; Moser, Vermin, Riat; Rod, Schäppi, Baltisberger

    Österreich: Starkbaum – Schumnig, Unterweger; Heinrich, Ulmer; Schlacher, Viveiros; Strong, Altmann – Schneider, Hundertpfund, Ganahl; Hofer, Komarek, Lebler; Haudum, Rauchenwald, Zwerger; Woger, Obrist, Spannring

    Live-Nachlese

    Österreich verliert gegen die Schweiz in der Verlängerung

    Stimmen

    Roger Bader (Teamchef Österreich): "Wenn man während der Overtime das Tor bekommt, ist man im ersten Moment enttäuscht. Man hofft, dass man den zweiten Punkt holt, vielleicht ins Penaltyschießen geht. Im ersten Moment ist Frust, aber im Nachgang sind wir nicht ganz unglücklich, dass wir einen Punkt geholt haben. Kämpferisch war die ganze Partie gut und Starkbaum hat eine Riesenpartie gespielt. Wenn ein Außenseiter, und das sind wir, einen Punkt gewinnen will, braucht es kämpferisch eine hervorragende Leistung, gutes Box-Play, Powerplay-Tore und du brauchst einen starken Torhüter. Starkbaum hat ein paar irrsinnige Saves gemacht. Das Team hat einen sehr guten Spirit, ist heiß und entschlossen. Russland ist eine Top-Mannschaft. Wenn die uns ernst nehmen und Vollgas geben, wird das schwierig. Ich weiß aber, es gibt immer wieder Partien, wo sie es ein bischen locker nehmen, dann kann man vielleicht einen Punkt oder einen Sieg stibitzen."

    Stefan Ulmer (Verteidiger Österreich): "Am Ende haben wir einen Punkt gewonnen. Leider haben wir einfache Tore bekommen. Ich mache beim ersten Tor einen Fehler, das 3:2 darf auch nicht passieren. Aber für uns ist es ein gewonnener Punkt. Wir haben defensiv sehr hart gespielt, viele Schüsse blockiert. Wenn Starke (Starkbaum) in dieser Form im Tor ist, kannst du gegen jede Mannschaft gewinnen."

    Bernhard Starkbaum (Torhüter Österreich): "Können sehr stolz auf uns sein. Wir haben gegen eine sehr starke Schweizer Mannschaft ein 0:2 aufgeholt und einen Punkt geholt. Die Spieler haben viele Schüsse geblockt, viel Drecksarbeit gemacht, wir haben gekämpft und sind zurückgekommen. Wir haben gewusst, dass wir die Partie nicht machen werden, sondern über den Kampf ins Spiel finden müssen. Wir haben einen Punkt verdient gewonnen, leider den zweiten verloren. Im Training gehen manchmal solche Saves, dann ärgere ich mich, dass es in der Partie nicht so geht. Heute hat es funktioniert."

    Dominic Zwerger (Stürmer Österreich): "Wir sind früh 0:2 in Rückstand geraten, aber es hat jeder für jeden gekämpft und wir haben noch einen Punkt geholt. Je länger die Partie gegangen ist, umso besser und besser sind wir geworden. Gut, dass wir uns zurückgekämpft haben und einen Punkt mitgenommen haben, aber es wäre umso schöner gewesen, das Spiel zu gewinnen. Das erste Tor ist ein super Gefühl. Ich habe viel gemacht, nur den Rebound reingehaut. Russland ist eine der Top-Nationen. Aber sie haben fünf Spieler am Eis, wir haben fünf Spieler, es muss 60 Minuten gespielt werden, dann schauen wir, was rauskommt."

    Raphael Diaz (Kapitän Schweiz): "Bei fünf gegen fünf Feldspielern spielten wir gut, wir wechselten gut die Seiten. Individuelle Fehler haben uns jedoch zu schaffen gemacht."

    • Der entscheidende Moment: Enzo Corvi trifft in der Verlängerung.
      foto: apa/afp/jonathan nackstrand

      Der entscheidende Moment: Enzo Corvi trifft in der Verlängerung.

    Share if you care.