Nach Meißelwurf auf Kinder Asylbewerber unter Mordverdacht

5. Mai 2018, 14:32
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Blut von getötetem Asylbewerber am Schuh des 25-Jährigen – Nach Angriff auf zwei Asylbewerber aus Heim in Maria Enzersdorf geworfen

Maria Enzersdorf – Ein wegen eines Meißelwurfs auf Kinder in Maria Enzersdorf (Bezirk Mödling) festgenommener Asylbewerber soll einen anderen Asylbewerber getötet haben. Dies teilte die Landespolizeidirektion Niederösterreich am Freitagabend in einer Aussendung mit. Laut einer DNA-Analyse befand sich am Schuh des 25-Jährigen, der nicht geständig ist, Blut des in der Nacht auf Donnerstag getöteten Opfers.

Der 25-jährige war bereits zuvor wegen mehrerer Suchtgiftdelikte amtsbekannt, sagte Chefinspektor Johann Baumschlager.

"Blutähnliche Anhaftung"

Das Opfer wurde laut Obduktion "mittels massiver stumpfer und komprimierter Gewalteinwirkung" getötet. Als Tatwaffe kommt somit jener Stahlmeißel infrage, den der Asylbewerber am Donnerstagnachmittag auf Kinder geworfen hatte. In der Folge hatte er auch auf Polizisten eingeschlagen, die ihn durchsuchen wollten. Zwei Beamte seien dabei verletzt worden. Die Polizisten stellten dabei eine "blutähnliche Anhaftung" am rechten Schuh des Mannes fest, woraufhin die DNA-Analyse durchgeführt worden sei.

Der Mann wurde in die Justizanstalt Wiener Neustadt gebracht, wo Untersuchungshaft beantragt wurde. Das Motiv sei derzeit noch unbekannt, der Verdächtige habe sich noch nicht geäußert, berichtete Baumschlager. Den psychischen Zustand des Asylwerbers wolle man seitens der Polizei nicht beurteilen, auch nicht ob Kontakt mit Drogen einen Einfluss auf die Tat gehabt habe.

Der 25-Jährige hatte bereits am 1. Mai zwei Asylwerber aus Afghanistan mit Faustschlägen verletzt und war daraufhin von der Polizei mit einem Betretungsverbot für die Unterkunft belegt worden. Er sei damit "kein Klient mehr gewesen" und hätte sich eigenverantwortlich um eine neue Herberge kümmern müssen, sagte eine Sprecherin der für die Asylunterkunft verantwortlichen Organisation auf APA-Anfrage. In der Nacht auf Donnerstag dürfte er sich jedoch unbemerkt wieder in die Unterkunft eingeschlichen haben, sagte die Sprecherin.

Am Donnerstag nach der Tat wurde der Mann in einem Freizeitgelände festgenommen, nachdem er denselben Stahlmeißel, mit dem er auch den Asylwerber aus Bangladesh erschlagen haben dürfte, Kindern nachgeworfen hatte. Bei der Festnahme des rabiaten Mannes wurden zwei Polizisten verletzt. (APA, 5.5.2018)

Anmerkung: Dieser Artikel wurde aktualisiert

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