MS: Nebenwirkung von Medikamenten ausbremsen

    7. Mai 2018, 09:43
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    Die Therapie von Multipler Sklerose hat eine unerwünschte Nebenwirkung – wie man eine progressiver multifokaler Leukenzepahlitis früh erkennen und gegensteuern kann.

    Multiple Sklerose ist ein Erkrankung, die in Schüben verläuft. Sie hat unterschiedliche Verlaufsformen. Manchmal bleibt es bei einem Schub, andere Patienten verlieren über die Jahre Fertigkeiten, in schlimmsten Fall können sich Betroffene nur mehr im Rollstuhl fortbewegen.

    Medikamente, mit denen seit einigen Jahren die Multiple Sklerose (MS) behandelt wird, helfen effektiv gegenzusteuern. Allerdings. ihre möglichen Nebenwirkungen können auch gefährlich sein.

    Die MS ist die häufigste chronisch-entzündliche Erkrankung von Gehirn und Rückenmark junger Erwachsener, bei der fast jedes neurologisches Symptom auftreten kann, zum Beispiel Sehstörungen oder Lähmungen. Die Erkrankung ist nicht heilbar, ihre Ursache ist unbekannt, aber ihr Verlauf kann durch verschiedene Maßnahmen günstig beeinflusst werden.

    Die Krankheit verläuft typischerweise in Schüben, in denen neue Symptome auftreten oder alte aufflammen können. Die neuere Generation der MS-Arzneimittel, wie beispielsweise Natalizumab, können die für die Erkrankung typischen schubweise auftretenden Entzündungen in Gehirn und Rückenmark sehr wirkungsvoll verhindern. Doch sie unterdrücken das Immunsystem des Patienten, so dass es den Körper schlechter gegen Viren verteidigen kann.

    Nebenwirkung ausbremsen

    So können Viren reaktiviert werden, ins Gehirn einwandern und dieses substanziell schädigen, was Behinderungen oder sogar den Tod des Patienten zur Folge haben kann. Eines dieser Viren ist das sogenannte JC-Virus, das die "Progressive Multifokale Leukenzephalopathie" (PML) auslöst.

    Forscher um Privatdozent Mike P. Wattjes vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben nun herausgefunden, dass regelmäßige Untersuchungen der Patienten im Magnetresonanztomografen (MRT) diese lebensbedrohlichen Folgen der Therapie durch eine frühzeitige Diagnose verhindern können.

    Expertise erforderlich

    Die Diagnose einer PML mit Hilfe der MRT-Untersuchung gelingt sogar noch bevor Symptome einer Virusinfektion des Gehirns auftreten oder das Virus selbst im Hirnnervenwasser (Liquor) nachweisbar ist. Wenn der JC-Virus Schäden im Gehirn angerichtet hat, wird das MS-Medikament abgesetzt, bis sich das Immunsystem erholt und die Infektion bekämpft hat. Anschließend wird die MS-Therapie mit einem anderen Medikamente fortgesetzt.

    Eine neuroradiologische Expertise wie sie Wattjes hat, ist allerdings erforderlich. Deshalb wird man an einem Pilotprojekt mitwirken, in dem es darum geht, die MHH als Referenzzentrum für eine neue internationale digitale Plattform zu etablieren. Auf dieser können von überall auf der Welt MRT-Aufnahmen anonymisiert hochgeladen werden, um für eine Zweitbegutachtung zur Verfügung zu stehen. (red, 7.5.2018)

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