"Chinas Apple": Xiaomi verkauft nun in Österreich Smartphones

    3. Mai 2018, 14:58
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    Der Mobilfunker "3" bietet die günstigen Android-Handys "schon sehr bald" an

    Bisher waren die Smartphones nur schwer in Westeuropa zu bekommen: Weder Mobilfunker noch Elektroketten boten Geräte von Xiaomi an. Wer sie haben wollte, musste auf vereinzelte Angebote lokaler Händler und auf Amazon hoffen oder die Dienste von Importshops in Anspruch nehmen.

    Das ändert sich nun. Der Mobilfunker "3" wird "schon bald" Handys von "Chinas Apple" anbieten, wie Unternehmenssprecher Tom Tesch dem STANDARD am Donnerstag bestätigte. Auch in Irland, Dänemark, Hongkong, Schweden und England verkauft die "3"-Gruppe künftig Xiaomi-Handys.

    Den Anfang machen soll das Spitzenmodell Mi Mix 2. Verfügbar wird es vorerst nur im Webshop sowie im "3"-Store in der Shopping City Süd bei Wien. Start des Verkaufs ist Mitte Mai, dann will man auch mehr über andere Geräte und die Preise verraten.

    Treue Community

    Xiaomi rückte vor einigen Jahren in die Spitzengruppe der chinesischen Smartphone-Anbieter mit dem Geschäftsmodell vor, technisch hochgerüstete Android-Geräte vergleichsweise günstig über das Internet zu verkaufen. Die Größe des chinesischen Marktes machte die Firma zu einem der weltgrößten Smartphone-Anbieter. Der günstige Preis überzeugte auch Nutzer in Österreich und Deutschland. Seit einigen Jahren gibt es eine treue Xiaomi-Community, die sich bisher Geräte bei Online-Händlern oder in Osteuropa besorgte.

    nikolay tanev

    Deal mit Nokia

    Xiaomi hatte die Expansion über den Heimatmarkt und einige asiatische Länder hinaus vor einigen Jahren auf Eis gelegt. Neben eingeschränkten finanziellen Ressourcen galt auch die Angst vor Patentklagen als ein Grund. Westliche Märkte sind ohne eine Absicherung bei den Patenten nicht zu erschließen.

    2017 gab Xiaomi aber den Kauf eines Patentpakets bei Nokia und einen langfristigen Deal mit dem finnischen Netzwerkausrüster bekannt. Der Einstieg in den europäischen Handymarkt könnte Anbietern wie Huawei schaden, da Xiaomi auf die gleiche Zielgruppe setzt.

    Handys und Reiskocher

    Xiaomi baut nicht nur Smartphones, sondern auch diverse andere Elektronikgeräte vom Fernseher bis zum Reiskocher. Dieser Tage sorgt das der chinesische Smartphone-Aufsteiger für Schlagzeilen, da er in Hongkong an die Börse gehen will.

    foto: ap
    Handys von Xiaomi.

    Nach Informationen des "Wall Street Journal" soll die Aktienplatzierung mindestens zehn Milliarden Dollar (8,3 Milliarden Euro) einbringen. Das wäre der größte Börsengang seit mehreren Jahren. Die Firma soll der Zeitung zufolge insgesamt mit rund 100 Milliarden Dollar bewertet werden. (Markus Sulzbacher, 3.5.2018)

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