Luftverschmutzung: Erstickende Ungleichheit

Kommentar2. Mai 2018, 17:13
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Die Mehrheit der Opfer luftverschmutzungsbedingter Gesundheitsschäden lebt in wirtschaftlich schwachen Ländern

Die Weltgesundheitsorganisation hat Zahlen auf den Tisch gelegt, die sofortiges Handeln erfordern: 92 Prozent der Weltbevölkerung atmen ungesunde Luft. Daran sterben jedes Jahr etwa sieben Millionen Menschen. Saubere Luft wird dabei zu einer Frage des Geldes: Die Mehrheit der Opfer luftverschmutzungsbedingter Gesundheitsschäden lebt in wirtschaftlich schwachen Ländern. Und gerade dort kommt die Verbesserung der Luftqualität nicht voran.

Eine Antwort auf diesen Bericht kann jetzt nur ein konsequenter und rascher Ausstieg aus fossilen Brennstoffen sein. Die Nutzung von Kohle, Öl und Gas erhöht nicht nur die CO2-Emissionen, sondern auch jene der giftigen Luftschadstoffe. Die Daten der WHO zeigen am Beispiel Chinas, dass politischer Wille tatsächlich schnell etwas verändern kann: Investitionen in saubere Energie, ein nationaler Luftreinhalteplan und strenge Emissionsstandards haben innerhalb weniger Jahre zu großen Fortschritten geführt. In einigen chinesischen Städten konnte Feinstaub um fast ein Drittel reduziert werden.

Dennoch wäre es falsch, die Staaten als Einzelkämpfer gegen schlechte Luft in den Ring zu schicken. Wie bei Maßnahmen gegen den Klimawandel oder die Nutzung der Meere als Plastikmüllkippen muss es vielmehr eine gemeinsame Anstrengung geben. Die Zerstörung von Wasser und Luft macht nicht an Ländergrenzen halt. (Julia Schilly, 2.5.2018)

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